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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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12.6 Zusammenfassung 327

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327 12.6 Zusammenfassung Paul Auster stellt in The Music of Chance eine radikal determinierte Welt dar, in der die Möglichkeit jeglicher Freiheit in Frage gestellt wird. Gleichzeitig werden kausale Handlungsmuster immer wieder unterlaufen. So bleibt unklar, wie das Schicksal von Jim Nashe und Jack Pozzi gesteuert wird. Nashe erlebt die Wid- rigkeiten seiner Gefangenschaft jedoch letztlich als Befreiung aus seiner Passivi- tät. Die Musik dient ihm dabei auf thematischer Ebene als Refugium einer har- monischen Welt, das ihm aber sowohl in seinem früheren Alltag als auch wäh- rend seiner Arbeit an der Mauer nur kurzfristig Halt gibt. Seine Entwicklung be- schränkt sich angesichts des totalitären Systems in der Etablierung einer „Mini- Identität“, dessen Ziel die Selbstbehauptung ist. Als bedeutenden Faktor seiner Erzählungen gibt Auster die Implikationen des Zufalls an. Es zeigen sich auffälligen Relationen zwischen dem Konzept der Unbestimmtheit in der Erzählung und dem korrespondierenden Prinzip in der Musik. Sowohl in ihrer musikalischen Ausprägung in Music of Changes wie auch im Roman The Music of Chance resultiert chance nicht in Chaos und Selbstzerstörung. Vielmehr erfordert die Ausweitung des Harmoniebegriffs die Akzeptanz der Unvorhersehbarkeit bei kompositorischen und identitätsstiften- den Prozessen. Die Suche nach neuen Strukturierungsmöglichkeiten des Erzählens bei Auster bedingt ebenso rekonstruktive Prozesse wie John Cages radikal neue Kompositionsform. Musik wird bei Cage nur unter Berücksichtigung des Zufalls als „harmonische“ Ausdrucksform aufgefasst. Ebenso konstituiert sich die Iden- tität des Protagonisten Jim Nashe unter der...

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