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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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13 Schluss 328

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328 13. Schluss Am Klavier (1980) Die Hände spiegeln sich im schwarzen Lack, doch können sie ihr Spiegelbild nicht greifen. So rasen sie in irrer Tätigkeit verlassen auf sich selbst hin über das Schwarz-Weiß der Tasten und so wieder können sie nicht betend gefaltet werden. Kunst: die Suche nach dem Spiegelbild, und vor dem Spiegelbild die Flucht.1459 Das zeitgenössische Gedicht wählt das Klavier als Metapher für die Situierung des zeitgenössischen Künstlers in der Gesellschaft. Besaßen die Künste noch bis in die Moderne hinein in einer undurchschaubaren Welt eine sinnstiftende Funk- tion, so sind diese nun selber von der Auflösung klarer Zuschreibungen betrof- fen. Der Künstler musiziert ein Werk, das die Natur des Menschen nicht mehr harmonisch zu bilden vermag. Künstlerische Erfahrungen affizieren nicht länger die moralische und kulturelle Entfaltung des Selbst, sondern sind zu manuellen Tätigkeiten reduziert und jeglicher sinntragender Konnotation enthoben. Folg- lich ist der Musiker nun unwiederbringlich auf sich selbst zurückgeworfen, seine Musik bewirkt weder transzendente Erfahrungen noch die persönliche Entwick- lung des Ich. Diente die Musik früher als wesentliches Element einer ganzheitli- chen Bildung sowie der sittlichen Stärkung in der Jugend, so ist sie nun zur letz- ten Fluchtburg geworden, ohne jedoch noch einen universalen Sinnanspruch ge- nerieren zu können. Das Postulat der Rückkehr zum Erzählen in der post-postmodern novel als Reaktion auf nihilistische Tendenzen der Postmoderne und aktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Verwerfungen...

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