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Interessen und Ideen in multilateralen Handelsbeziehungen

Eine Analyse der Regierungsposition Brasiliens in den DDA- und FTAA-Verhandlungen

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Ina Peters

Die Außenwirtschaftspolitik Brasiliens wird oft als ambivalent charakterisiert, so dass eine Erklärung der Ursachen interessant und notwendig erscheint. Anhand eines akteursorientierten Ansatzes erörtert die Autorin, welchen Einfluss endogene materielle Interessen und gesellschaftliche Ideen auf die Herausbildung der Regierungsposition Brasiliens in multilateralen Handelsbeziehungen haben. Am Beispiel der Doha-Entwicklungsrunde und der Gesamt-Amerikanischen Freihandelszone werden die unabhängigen Variablen einzeln und im Verhältnis zueinander untersucht. Die Analyse liefert starke Indizien dafür, dass sowohl Interessen als auch Ideen von der Regierung aufgegriffen werden, was ihren gleichberechtigten Einfluss auf die Verhandlungsposition wahrscheinlich macht.

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3 Theorien der Interessenvermittlung 9

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Theorien der Interessenvermittlung 9 3 Theorien der Interessenvermittlung Da der hier verfolgte Erklärungsansatz den Interessengruppen eine einflussrei- che Rolle zuschreibt, soll im Folgenden eine Einführung in die Theorien der Interessenvermittlung gegeben werden. Obwohl die systematische Untersuchung des Einflusses von Interessengruppen auf die Präferenzen eines Landes in den internationalen Beziehungen noch in den Kinderschuhen steckt (vgl. Hill 2003: 269), ist bereits klar, dass dieser Einfluss nicht homogen ist. Milner präsentiert ein systematisches Modell, das den Einfluss inländischer Gruppen auf die inter- nationale Politik darlegt, und konstatiert: „Groups within it [the state, I. P.] have different policy preferences because they are differently affected by government policies. [...] These groups will pressure the govern- ment to cooperate or not; they will promise to increase, or threaten to withdraw, their electoral support.“ (Milner 1997: 16, Hervorhebung im Original) Auch Moravcsik (1997) betont, dass sich sowohl die Interessen als auch die sozialen Verpflichtungen und Ressourcenausstattungen der Mitglieder einer Gesellschaft unterscheiden. Dadurch kommt es zu einem Wettbewerb zwischen verschiedenen, möglicherweise gegensätzlichen Interessen, die um Einfluss auf Regierungsentscheidungen konkurrieren (vgl. Moravcsik 1997: 516-518). Die Einflussmöglichkeiten und die politische Durchsetzungsfähigkeit der verschie- denen Interessengruppen variieren je nach Größe und Organisationsfähigkeit jedoch zum Teil erheblich (vgl. Kleinfeld et al. 2007: 7). Auch die formalen Institutionen des politischen Systems und die innenpolitischen Machtverhält- nisse haben einen Einfluss darauf, welche Interessengruppen letztlich die Regie- rungsposition beeinflussen können (vgl. Moravcsik 1997: 518). 3.1 Begriffsbestimmung und Funktionen der Interessenvermittlung Seit den...

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