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Spanische Phonetik und Phonologie

Segmente – Silben – Satzmelodien

Hugo Kubarth

Dieses Buch wendet sich an Studierende und Lehrende der Hispanistik und führt zunächst als wissenschaftliche Lautlehre von den Grundlagen der Ohren- und Instrumentalphonetik hin zu einer detaillierten Beschreibung des spanischen Lautsystems, die der Vielfalt segmentalphonologischer Ansätze ebenso Rechnung trägt wie typischen Ausspracheproblemen von deutschsprachigen L2-Lernenden. Der anschließende Prosodieteil bietet neben einer merkmalsgeometrischen Silbenphonologie und Phonotaktik eine autosegmental-metrische Analyse des Wortakzents sowie eine umfassende Intonationsgrammatik des Spanischen. Hörbeispiele zu allen im Buch vorgestellten standardspanischen Lauten und melodischen Mustern sind online frei verfügbar (www.uni-graz.at/hugo.kubarth).

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5 Generative Phonologie 119

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119 5 Generative Phonologie Der Mensch, so heißt es, ist das Wesen, das Sprache hat. Wie er sie aber hat, stand im Strukturalismus nicht zur Debatte, da es diesem allein um die Beschrei- bung innersprachlicher Beziehungen ging. Das menschliche Sprachvermögen als solches geriet erst mit der generativen Transformationsgrammatik (gTG) der 1960er Jahre wieder ins Blickfeld der Linguistik. Ausgangspunkt war dabei Noam Chomskys Konzept der grammatischen Kompetenz als einer Art regelgeleiteter Kreativität, die es dem Menschen erlaubt, anhand eines Lexikons aus Morphemen oder "Formativen" und einer beschränkten Menge grammati- scher Anweisungen unendlich viele grammatisch korrekte Sätze zu "generieren". Wozu man diese äußert, interessierte dabei zwar ebenso wenig wie mögliche Störfaktoren innerhalb ihres Gebrauchs, der statt parole nunmehr Performanz hieß; sehr wohl aber beschäftigte man sich mit ihrem lautlichen Ausdruck und den dafür verantwortlich gemachten Regeln, die man innerhalb einer eigenen, phonologischen Komponente der mentalen Grammatik ansiedelte. Diese Komponente soll hier etwas eingehender besprochen werden, weil die dazu an- gestellten Überlegungen die Entwicklung der modernen Phonologie entschei- dend beeinflusst haben, sei als Ausgangs-, sei es als Kontrapunkt. 5.1 SPE-Features Das 1968 publizierte Werk The Sound Pattern of English (SPE) von Chomsky und Halle markiert den Beginn der klassischen generativen Phonologie (gPh) und das vorläufige Ende des Phonems als grundlegender Beschreibungs- einheit. An seine Stelle traten Merkmale und Regeln für die Herleitung der Aussprache aus Sequenzen phonologischer Merkmalsbündel. Wie schon bei Ja- kobson beanspruchten auch die binären features der...

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