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Spanisches Anwaltshaftungsrecht

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Ingo Müller

Die Arbeit erschließt erstmals das spanische Anwaltshaftungsrecht in deutscher Sprache und setzt sich zugleich mit der spanischen Doktrin kritisch auseinander. Im Mittelpunkt der Bearbeitung steht die besonders praxisrelevante zivilrechtliche Haftung des Rechtsanwalts, die eine umfassende Erörterung erfährt. Ergänzend werden außerdem die Grundlagen seiner disziplinar- und strafrechtlichen Haftung dargestellt. Die Untersuchung zeigt, dass den strukturellen Gemeinsamkeiten mit dem deutschen Recht auch erhebliche Unterschiede gegenüberstehen, von der Zweiteilung des Anwaltsberufs bis zur Ersatzfähigkeit von Chancen, die der Mandant durch die Pflichtverletzung des Anwalts verloren hat. Praxisnahe Erläuterungen zu Haftungsvereinbarungen und zur Berufshaftpflichtversicherung runden die Arbeit ab.

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Kapitel acht: Hypothetischer Inzidentprozess 295

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295 Kapitel acht: Hypothetischer Inzidentprozess A. Einführung I. Ausgangspunkt Erreicht der Anwalt nicht das vom Mandanten gewünschte Ergebnis, stellt sich die Frage, ob dies auf die fehlerhafte Handlung des Anwalts zurückzuführen ist oder nicht. Problematisch ist das deshalb, weil in vielen Fällen nicht klar ist, ob der Mandant dann, wenn der Rechtsanwalt korrekt gehandelt hätte, besser stün- de als bei fehlerhafter Handlung des Anwalts. Zur Veranschaulichung folgendes Beispiel: Der Mandant möchte einen Anspruch, den er für gegeben hält, einklagen. Der von ihm beauftragte Rechtsanwalt legt die Klage wegen falscher Fristenberechnung nach Verjährung des Anspruchs ein. Die Klage wird wegen Verjährung abgewiesen. Auf den ersten Blick stellt sich die Lage klar dar: die Klage ging wegen des Fehlers des Anwalts verloren. Man könnte nun in dem Betrag, den der Mandant mit der Klage verfolgt hat, den Schaden sehen, den der Mandant erlitten hat. Die Frage ist aber, ob dem Anspruch des Mandanten stattgegeben worden wäre, wenn der Anwalt korrekt gehandelt hätte. Denn es wäre offensichtlich un- gerecht, dem Mandanten die von ihm geltend gemachte Summe als Schadenser- satz zuzusprechen, wenn dem Anspruch bei korrekter Handlungsweise des An- walts aus einem anderen Grunde nicht stattgegeben worden wäre. Die spanische Doktrin ist sich uneins, wie dieses Problem zu behandeln ist. 1. Herrschende Ansicht: Hypothetischer Inzidentprozess ist durchzu- führen Nach herrschender Ansicht soll zur Feststellung, ob der Anspruch des Mandan- ten bei korrektem Verhalten des Anwalts...

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