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Baedeker & Cook – Tourismus am Mittelrhein 1756 bis ca. 1914

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Benedikt Bock

Untersucht wird die Entwicklung des Tourismus für den Rheinabschnitt Mainz–Bonn zwischen 1756 bis ca. 1914 durch die Analyse von Reiseliteratur. Vor allem das heutige UNESCO-Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal faszinierte schon früh als Reiseziel. Der Verlag Karl Baedeker und das Reiseunternehmen Thomas Cook & Son förderten als Multiplikatoren die Entwicklung des Tourismus in der Region. Die Fülle der Reiseliteratur zum Mittelrhein sowie seine Aufnahme als eines der ersten Reiseziele auf dem europäischen Kontinent in das Angebot von Thomas Cook & Son zeugen von der zeitgenössischen Relevanz des Rheintourismus. Dampfschiff und Eisenbahn ermöglichten Massentourismus und Gesellschaftsreisen am Mittelrhein und trugen zu dessen Entwicklung zu einer bedeutenden europäischen Tourismusregion des 19. Jahrhunderts bei.

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III. VERKEHRSWEGE ZWISCHEN MAINZ UND BONN –DIE ENTSTEHUNG EINES MODERNEN VERKEHRSWESENS

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III. VERKEHRSWEGE ZWISCHEN MAINZ UND BONN – DIE ENTSTEHUNG EINES MODERNEN VERKEHRSWESENS 1. Veränderungen des Reisens im Industriezeitalter Die Art zu reisen veränderte sich im 19. Jahrhundert aufgrund revolutionärer technischer Entwicklungen, durch die neuen Transportmöglichkeiten Dampf- schiff und Eisenbahn. Höhere Reisegeschwindigkeit, veränderte Reisebedingun- gen, neues Reisepublikum und in diesem Zusammenhang auch die Erschließung neuer Reiseziele durch die neuen Verkehrsmittel und die beginnende Fremden- verkehrsindustrie sind nur einige Punkte, die hier genannt werden können.562 Der Mittelrhein, gerade durch die Rheinromantik von einer primären Transit- strecke zu einem gefragten Reiseziel geworden, erlebte Mitte des 19. Jahrhun- derts durch die Verkehrserschließung und die damit einhergehende Erhöhung der Reisegeschwindigkeit eine erneute Verkürzung der Verweildauer der Touris- ten. Darin wird die Problematik zwischen hochentwickelter Infrastruktur am Mittelrhein einerseits und dem Potential der Region als Reiseziel andererseits deutlich. Die Kulturlandschaft lädt den Reisenden zum Verweilen ein, doch der finanzielle und zeitliche Aspekte berücksichtigende Tourist »erliegt« den finan- ziellen und zeitlichen Vorzügen der modernen Infrastruktur. Eine Verkürzung des Aufenthalts und eine Fokussierung auf ausgewählte Sehenswürdigkeiten sind die Folge. Technischer und wirtschaftlicher Fortschritt führten also gleich- zeitig zu einem Begrenzungen unterliegendem Wachstum des Tourismus und einem Wandel herkömmlichen Reiseverhaltens. 562 Einen kurzen Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Verkehrswege in Deutschland geben auch Gräf und Pröve, siehe GRÄF: Wege, S. 75-109. Nach Wilhelm Treue waren die neuen Verkehrsmittel, Dampfschiff und Eisenbahn, zuerst Luxus- Fahrzeuge für...

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