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Geheimsprachen in Mittel- und Südosteuropa

Edited By Christian Efing and Corinna Leschber

Nicht selten verwenden wir im Alltag Wörter wie pennen (schlafen) oder Kohldampf (Hunger), ohne zu wissen, dass sie ursprünglich aus sogenannten Geheim- und Sondersprachen stammen. Dabei werden bzw. wurden solche Geheimsprachen fast überall in Europa gesprochen. Dieser Band versammelt Aufsätze vor allem zu Geheimsprachen in Mittel-, Ostmittel- und Südosteuropa und deckt thematisch die ganze Bandbreite der Sondersprachenforschung ab – von theoretischen Fragen wie der Einordnung der Sondersprachen in das Varietätensystem über Sondersprachliches in der Literatur, historische Quellen von Sondersprachen, die lexikographische Erfassung rotwelschen Wortgutes in Dialektwörterbüchern und die empirische Erhebung letzter, heute noch feststellbarer Reste verschiedener Sondersprachen bis hin zu geheimsprachlichen Strukturen im aktuellen Sprachgebrauch von Roma.

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GISELA DIX (Stadtkyll) - Rotwelsch im Schwäbischen Wörterbuch - 181

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Gisela Dix (Stadtkyll) Rotwelsch im Schwäbischen Wörterbuch1 1. Das Schwäbische Wörterbuch Heinrich Adalbert Keller (1812-1883) war Professor der germanischen und ro- manischen Philologie in Tübingen und hatte die Idee eines SCHWÄBISCHEN WÖRTERBUCHES „schon ziemlich früh im Sinne gehabt“2. 1854 versandte er eine gedruckte Bitte um Mitwirkung, ein Jahr später eine „Anleitung zur Sammlung des schwäbischen Sprachschatzes“3, gefolgt von einem weiteren Aufruf im Jahre 1861 mit der „Bitte um Mitwirkung zur Sammlung des schwäbischen Sprach- schatzes“4. Im Alter von 70 Jahren erkannte er, dass er das Werk selbst nicht mehr ausführen können würde und vertraute es kurz vor seinem Tode Hermann Fischer an. Fischer (1851-1920) hatte bei Keller studiert und war zunächst Leh- rer und Bibliothekar, bis er 1888 auf den germanistischen Lehrstuhl in Tübingen berufen wurde. Als Keller 1883 starb, beschäftigte sich Fischer zunächst zehn Jahre damit, die Verbreitung des Schwäbischen zu erfassen, und brachte im März 1895 die „Geographie der schwäbischen Mundart“5 heraus, bevor er sich dem Wörterbuch widmete. Anfang 1901 wurde die 1. Lieferung des 1. Bandes gedruckt. Bis zu seinem Tode arbeitete Fischer unermüdlich am Fortgang seines Werkes, indem er „an jedem Arbeitstag bestimmte Stunden restlos mit unermüdlichem Fleiß und un- wandelbarer Pflichttreue seinem Hauptwerk“6 widmete. Doch auch ihm war es nicht vergönnt, das Werk abzuschließen, es fehlten die Buchstaben U, W und Z, als er...

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