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Das deuteronomistische Geschichtswerk

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Edited By Hermann-Josef Stipp

Martin Noths These vom «Deuteronomistischen Geschichtswerk» (DtrG) gehörte zu den erfolgreichsten Theorien der historisch-kritischen Bibelwissenschaft des 20. Jahrhunderts. Gleichwohl werden seine Annahmen neuerdings zunehmend bezweifelt. Die «Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen katholischen Alttestamentlerinnen und Alttestamentler» (AGAT) hat diese Tatsache zum Anlass genommen, auf ihrer Jahrestagung 2009 in Salzburg die aktuelle Debatte zu sichten, das Recht der Hypothese zu prüfen und nach nötigen Modifikationen oder Alternativen zu fragen. Dieser Band enthält die Aufsätze, die aus den auf der Konferenz vorgetragenen Referaten hervorgegangen sind.

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Thomas Römer - Das deuteronomistische Geschichtswerk und die Wüstentraditionen der Hebräischen Bibel 55

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Das deuteronomistische Geschichtswerk und die Wüstentraditionen der Hebräischen Bibel Thomas Römer, Lausanne 1. Der gegenwärtige Stand der Diskussion um das DtrG Es ist in der Tat nicht einfach, sich im Dschungel der Veröffentlichungen und Hypothesen zum DtrG zu orientieren.1 Um die Orientierung zu erleichtern, möchte ich versuchen, die kaum mehr zu bändigende Diskussion durch die Un- terscheidung von fünf Positionen zu systematisieren. 1.1 Das DtrG als Werk eines Autors der exilischen Zeit Die Position M. Noths, des „Vaters“ des DtrG, hat auch heute noch ihre Anhän- ger wie z.B. John Van Seters, Steven McKenzie und Erhard Blum.2 Die Ver- teidiger des Noth’schen Modells sehen das DtrG als ein planvoll konzipiertes Werk, das unter Aufnahme älterer Quellen von einem Autor wohl kurz nach 560 v.u.Z. verfasst wurde. Der Deuteronomist, der eine Ätiologie des Untergangs verfasst, verleiht den Büchern Dtn – Kön durch eine „einheitliche Ge- schichtstheologie“ und durch in den Erzählungsverlauf eingefügte deutende Re- den und Kommentare eine stilistische, chronologische und inhaltliche Geschlos- senheit.3 Die Vertreter dieses Modells bestreiten natürlich nicht die Möglichkeit, dass bestimmte Texte innerhalb von Dtn – Kön auf spätere Redaktoren zurück- gehen, sind aber nicht daran interessiert, diese Zusätze genauer zu bestimmen. 1.2 Ein joschijanisches, während des babylonischen Exils überarbeitetes DtrG Diese Position ist weiterhin das dominante Modell in der angelsächsischen For- schung. Es geht auf Frank M. Cross zurück, welcher im Grunde eine alte Idee von...

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