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Werbung für Produkte mit einem Suchtgefährdungspotential

Tabak-, Alkohol- und Glücksspielwerbung aus rechtlicher, ökonomischer und psychologischer Sicht

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Tilman Becker

Die gesetzliche Normierung der Werbung für Glücksspielprodukte durch den Glücksspielstaatsvertrag ist neu und die Werbeeinschränkungen, die der Glücksspielstaatsvertrag vorsieht, sind auslegungsbedürftig. Wie in diesem Buch gezeigt wird, ist bei den Glücksspielprodukten aus einer Reihe von Gründen eine differenzierte Betrachtung angebracht. Während Werbeeinschränkungen für andere Produkte mit Suchtgefährdungspotential – die Rede ist hier von Alkohol und Tabak – vornehmlich gesundheitspolitisch begründet sind, steht bei den Werbeeinschränkungen für Glücksspiel das Ziel der Suchtprävention im Vordergrund. Da jedoch nicht jedes Glücksspielprodukt ein gleich hohes Suchtgefährdungspotential aufweist, ist deutlich auch zwischen den verschiedenen Formen zu unterscheiden.

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5 Erfahrungen mit Werbeeinschränkungen 110

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110 Erfahrungen mit Werbeeinschränkungen5 Die Gesamtausgaben für Werbung in Deutschland lagen im Jahr 2007 bei 30,83 Mrd. Euro und sanken für 2008 auf 30,67 Mrd. Euro.174 Die Werbeausga- ben für Glücksspielprodukte im Jahr 2005, d. h. vor dem Glücksspielstaatsver- trag, betrugen 125 Mio. Euro, wovon 33 Mio. Euro auf den Onlinebereich entfie- len.175 In den USA gibt die Glücksspielindustrie 1,17 Prozent des Umsatzes für Werbung aus. Dies ist vergleichsweise wenig. Casinos am Las Vegas Boulevard geben 2,45% bis 4% des gesamten Casinoumsatzes für Werbung aus, Restaurant- besitzer 3,2%, Getränkehersteller 7,5%, die Kosmetikindustrie 8,8% und Süßwa- renhersteller 12,7%.176 Werbung überhaupt und insbesondere für Tabak- und Alkoholprodukte wird sehr kontrovers diskutiert. Oft sind die Gegner der Werbung der Ansicht, dass diese überhaupt verboten werden sollte, aber insbesondere natürlich bei Tabak und Al- kohol. Gegner der Werbung für Tabak- und Alkoholprodukte gehen davon aus, dass durch die Werbung die mengenmäßige Nachfrage nach dem Produkt steigt. Als Argument hierfür wird angeführt, dass die hohen Ausgaben der Industrie der bes- te Beweis für den Erfolg der Werbung seien. Wenn die Nachfrage steigt, also mehr geraucht und getrunken wird, steigen auch die gesundheitsbedingten Fol- gen dieses Konsums an. Daher sei es im Sinne einer staatlichen Gesundheitspoli- tik, Werbung für diese Produkte einzuschränken oder sogar ganz zu verbieten. Dieses Argument gilt, wie oben gezeigt, zu Recht für...

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