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Inszenierte Politik in den Bundestagswahlkämpfen 2005 und 2009

Inszenierungsstrategien von Politikern

Johanna Thiel

In der Öffentlichkeit, nicht zuletzt von den Medien, wird v. a. zu Wahlkampfzeiten häufig von inszenierter Politik gesprochen, ohne auf deren Kennzeichen einzugehen. Es zeigt sich, dass es nur eine diffuse Meinung darüber gibt, was unter inszenierter Politik zu verstehen ist. In der Arbeit werden theoretische Grundlagen verschiedener Fachbereiche vorgestellt und bewertet. Anschließend werden die Bundestagswahlkämpfe 2005 und 2009 untersucht. Besonderes Augenmerk liegt auf den TV-Duellen der Spitzenkandidaten von CDU und SPD. Auf Basis der Analyse werden acht Inszenierungsstrategien von Politikern und somit präzise Kennzeichen inszenierter Politik bestimmt. Außerdem wird ein methodisches Problem aufgedeckt: Eine gelungene Inszenierung ist nicht als solche zu identifizieren.

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V. Inszenierungsstrategien in den Wahlkämpfen 2005 und 2009 als Kriterien für inszenierte Politik 227

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227 V. Inszenierungsstrategien in den Wahlkämpfen 2005 und 2009 als Kriterien für inszenierte Politik "Herzlich Willkommen bei ‚Stell mir keine heiklen Fragen’, der führenden Talk- show des Landes. Heute wie jeden Abend werden illustre Gäste aus der Politik Ihren Fragen ausweichen und stattdessen längst bekannte Positionen ihrer Parteien ver- treten."365 1. Zusammenfassende Ergebnisse von Methodik und Untersuchungsgegenstand Die vorliegende Arbeit sollte den Blick für Inszenierungen von Seiten der Medien wie von Seiten der Politiker durch eine Analyse der Bundestagswahl- kämpfe 2005 und 2009 im Fernsehen schärfen. Insgesamt wurden 303 Sendungen untersucht. Der Fokus lag dabei auf den beiden TV-Duellen sowie auf deren Vor- und Nachberichterstattung. Danach wurden anhand diverser Bei- spiele aus den beiden Wahlkämpfen konkrete Inszenierungsstrategien von Politikern bestimmt und als Ergebnis dieser Arbeit festgehalten. In Kapitel I wurde aufgezeigt, dass die Diskussion um inszenierte Politik gerade in Wahlkampfzeiten immer wieder neu entfacht wird. Oft beteiligen sich die Medien an dieser Debatte. Die Kriterien von inszenierter Politik oder Politik- inszenierung werden vernachlässigt. Um so mehr fällt auf, dass es nur eine diffuse Meinung davon gibt, was unter Inszenierung von Politik zu verstehen ist. Eine einheitliche Definition fehlt bis heute, auch wenn Thomas Meyer von einem öffentlich hervorgehobenem, vorgezeigtem, demonstrativen Handeln mit einer symbolischen Funktion spricht. Es wurde darauf hingewiesen, dass das Thema nur interdisziplinär betrachtet werden kann. Neben der Theater- und Medienwissenschaft sowie der Politikwissenschaft müssen vor allem die Kommunikationswissenschaft, die Soziologie und die Psychologie...

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