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Die Wirkung des offiziellen Diskurses auf die Alltagssprache in Kuba

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Cornelius Griep

Mit Hilfe einer diskursanalytischen Methode wird der offizielle Diskurs in Kuba und seine erhebliche Wirkung auf die Alltagssprache und -kultur untersucht. Ausdrucksmittel der Affinität zum offiziellen Diskurs werden von solchen des Nonkonformismus unterschieden. Bestandteile der Analyse sind alltagstypische Sprechweisen, kognitiv-sprachliche Muster, kulturelle Praktiken und Kommunikationsstrukturen. Das interdisziplinäre Herangehen ermöglicht auch die Aufdeckung soziokultureller Merkmale und Identitätsstrukturen, was zu einem ganzheitlichen Verständnis der kubanischen Idiosynkrasie beiträgt. Deren kulturelle Manifestationen werden in einen Zusammenhang mit der derzeitigen Sprachsituation auf der Insel gestellt. Die Multimediapräsentation auf der beiliegenden CD-ROM enthält die Datenbasis der Analyse, u. a. den Dokumentarfilm Rincón (Käufer der E-Book-Version erhalten die Multimedia-Datei auf Anfrage).

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2. Perioden der Herausbildung des kubanischen Kultur- und Sprachraums

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2.1. Die Kolonialzeit Die kulturelle Eigenart und die Anziehungskraft, welche die kubanische Kultur auf viele Menschen auszustrahlen scheint, verdankt das Land seinem histori- schen Erbe, der Tatsache eine aus verschiedenen Kulturen zusammengesetzte Nation zu sein, welche im Laufe der Zeit zu einem Schmelztiegel verschiedener Lebensanschauungen und Credos geworden ist. Das kulturelle und ethnische Er- be Kubas, seine Idiosynkrasie, entspringt hauptsächlich der Vereinigung von spanischen und afrikanischen4 Völkern und deren Kulturen, wurde aber auch von der asiatischen (besonders der chinesischen), der französischen, angelsäch- sischen, nordamerikanischen und der jüdischen Kultur sowie von anderen Kultu- ren5 4 Die verschleppten und ihrer Kultur entwurzelten Völker der Küstengebiete Afrikas (aus Senegal, Guinea, Kongo, Angola, Mozambique, etc.) bezeichnet Fernando ORTIZ als “culturas destrozadas, oprimidas bajo el peso de las culturas de aquí imperantes, como las cañas de azúcar son molidas entre las mazas de los trapiches. [aufgeriebenen Kultu- ren, die vom Gewicht der hier herrschenden Kulturen zerdrückt wurden, so wie das Zu- ckerrohr zwischen den Stößeln der Zuckermühlen zermahlen wird.] (vgl. ORTIZ 1963: 98) 5 Anderen Einwanderern (wie jenen aus der Mittelmeerregion) war der kulturelle Hybri- dismus bereits seit Jahrhunderten bekannt und sie brachten ihre Erfahrungen des Zu- sammenlebens im hybriden Raum bereits mit nach Kuba. beeinflusst. Die Auflösung und Synthese dieser Kulturen brachte eine ge- mischte Bevölkerung von Kreolen (criollos) hervor, die in einem Prozess des ethnischen und kulturellen mestizaje die Voraussetzung für die Herausbildung eines ethnisch-nationalen (Selbst-)bewusstseins und...

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