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Kriminalgeographie

Theoretische Konzepte und empirische Ergebnisse

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Thilo Eisenhardt

Die Arbeit gibt einen Überblick über theoretische Konzepte und empirische Ergebnisse aus dem Arbeitsfeld Kriminalgeographie (Wohn- und Tatorte), einem Bereich der Sozialgeographie. Die Konzepte kommen aus der Sozialgeographie, der Umwelt- bzw. Ökopsychologie und der Sozialökologie, einem Forschungsbereich der Stadtsoziologie. Kriminologisch relevante Theorien mit räumlichem Bezug bilden eine theoretische Brücke zu diesen Konzepten. Die empirischen Ergebnisse hierfür wurden Studien über Städte entnommen. Der Schwerpunkt der Darstellung liegt im theoretischen Bereich, doch auch die empirischen Daten führen zu präventiv nutzbaren Konzepten durch Umweltgestaltung, d. h. Architektur und Stadtgestaltung, und sozialstrukturelle Maßnahmen, wie die Belegungspraxis von Wohnbaugesellschaften. Ziel ist die Erhöhung der sozialen Kontrolle in Problemvierteln und die Sicherung von Tatorten.

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2. Theoretische Konzepte der Kriminalgeographie

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2.1. Geographie und Sozialgeographie Die „Geographie ist die Wissenschaft von der Umwelt der Menschen“. Sie stellt eine Brücke zwischen Natur und Kultur bereit. „Das Interesse der Geographen richtet sich damit auf das Ökosystem Mensch-Erde und auf die räumliche Ordnung von Gesetzmäßigkeiten und Prozessabläufen.“ (1) Am klarsten hat Barrows die Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt formuliert: Geographie ist Ökologie des Menschen. (2) Schon die Geographen Killisch und Thoms verdeutlichen, dass die Sozialwis- senschaften die physische Umwelt lediglich als Randbedingung berücksichtigen. Hettner bezeichnet die Wirkungen der geographischen Umwelt sogar als „psy- chologisch", d.h. er schließt die psychologische Wirkung der Umwelt auf den Menschen in die geographische Betrachtungsweise mit ein. In der Geographie geht es um „raumwirksame Prozesse“ in zwei Bereichen, einmal um räumliche Beziehungen („spatial interrelations“) oder räumliche Interaktionen („spatial interactions“). Bartels definiert Geographie als Wissenschaft von den „erdoberflächlichen Ver- breitungs- und Verknüpfungsmustern von Sachverhalten“, eine Definition, die schon in die Kriminalgeographie Eingang gefunden hat, wie oben ausgeführt. Im angelsächsischen Sprachraum wird Geographie eher als Beziehungswissenschaft zwischen den Menschen und ihrer Umwelt („man and his environment“) gesehen. Von Wirth wird die Geographie auch als „integrative Beziehungs- wissenschaft“ bezeichnet, welche (a) die Mensch-Umwelt-Relationen und (b) die Relationen zwischen „den Elementen räumlicher Systeme“ umfasst; es geht um Muster („patterns“) und räumliche Ordnungen. (3) Die zu diskutierenden Probleme der Kriminalgeographie erfordern auch ein geo- graphisches „Begriffsgerüst“, um Ordnung in die raumwirksamen Handlungen von Tätern mit ihren Wohn- und Tatorten...

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