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Aspekte der Kinder- und Jugendliteratur

Genres – Formen und Funktionen – Autoren

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Gerhard Haas

Von mehreren Ansätzen aus stellt der Verfasser das lange vernachlässigte Thema ‘Phantastik’ im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur zur Diskussion und versucht, eine tragfähige Theorie der Genres ‘Phantastik’, ‘Fantasy’ und ‘Science Fiction’ zu entwickeln. Daneben werden weitere zentrale Aspekte der Literatur für junge Menschen wie: ‘Dritte Welt im Jugendbuch’, ‘Bestseller’, ‘Das Thema Reisen in der Kinder- und Jugendliteratur’, ‘Das Tierbuch’, ‘Funktionen der Kinder- und Jugendliteratur’ sowie Beiträge zum Werk von Otfried Preußler und Willi Fährmann vorgestellt.

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SCIENCE FICTION 101

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SciENCE FICTION Science Fiction als Jugendliteratur Der definitorische Rahmen W enn Phantastik nicht nur inhaltlich als irritierender ZusarnrnenstoB zweier Wirklichkeiten (vgl. die Uberlegungendazu in Kap.l), sondern strukturell als freies kombinatorisches Spiel mit den Elementen der vorfindlichen Wirklich- keit verstanden wird und wenn dabei vor allem technisch-utopische Entwurfe einer zukiinftigen Welt oder einer Parallelwelt im Mittelpunkt stehen bzw. als Bau-Elemente dienen, dann entsteht im spezifischen Sinne Science Fiction - in der ublich gewordenen Abkiirzung SF - als eine 'Spiel' -Art des Phantastischen. Die russische Bezeichnung 'wissenschaftliche Phantastik' ,macht den Zusam- menhang deutlicher, als das bei dem englischsprachigen Begriff der Fall ist. Herbert W. Franke, einer der profiliertesten deutschen SF-Autoren und SF-Theoretiker, beschreibt das Genre so: ,Bei Science Fiction handelt es sich urn die Schilderung dramatischer Geschehnisse, die in einer fiktiven, aber prinzipiell moglichen Modellwelt spielen. Basis der behandelten Konfliktsitua- tionen sind naturwissenschaftlich-technisch initiierte Veranderungen. "1 Jules Verne. neben H.G. Wells und Kurd LaBwitz, einer der Vater dieser Spielart der Phantastik betont in einem Brief diese Modell- und Vorentwurfs- struktur: ,Ich schrieb dir neulich, mir wiiren ein paar unwahrscheinliche Dinge in den Sinn gekommen. In Wirklichkeit waren sie gar nicht unwahrscheinlich. Alles, was sich der Mensch vorstellen kann, werden andere Menschen reali- sieren konnen. "2 Franke greift diesen Gedanken auf: , Was der Futurologe mit Hilfe von Formeln, Statistiken, Hochrechnungen, kurz mit abstrakten Mitteln in den Be- griff zu bekommen versucht, wird in der Science-Fiction-Literatur konkre- tisien. Sie entwirft ein anschauliches Bild verschiedener Zukunftsvarianten - eindringlich, oft ubersteigen, so, daft es unter die...

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