Show Less

Deutsch und seine Nachbarn

Series:

Edited By Michael Elmentaler

Die Überlieferung der deutschen Sprache zeugt seit ihren Anfängen im 8. Jahrhundert von einem intensiven und anhaltenden Kontakt mit den Sprachen in ihrer Nachbarschaft. Umgekehrt hat auch das Deutsche im Laufe seiner Geschichte mehr oder weniger starke Spuren in seinen Nachbarsprachen hinterlassen. Der vorliegende Band, der auf einer Kieler Ringvorlesung von 2008 beruht, beschreibt diese wechselseitigen Sprachkontakte und deren Auswirkungen auf die beteiligten Sprachen und Varietäten aus der Perspektive der germanistischen, romanistischen, slawistischen, frisistischen und anglistischen Philologien. Aus dieser fachgrenzenüberschreitenden Zusammenschau ergibt sich eine Art «deutsche Sprachgeschichte von außen», zugleich auch eine Art Handbuch der mitteleuropäischen Sprachkontakte.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Csaba Földes (Veszprém): Historische und aktuelle Aspekte des Kontaktfeldes Deutsch-Ungarisch

Extract

UNGARISCH ___________________________________________________ Sprachfamilie: finnisch-ugrische Sprache Sprecherzahl: ca. 15 Mio. Amtssprache in Ungarn (ca. 10 Mio.) und in der serbischen Vojvodina. Minderheitensprache in Österreich, Rumänien, Kroatien und der Slowakei. Sprecher in Israel, Kanada, Ukraine. Historische und aktuelle Aspekte des Kontaktfeldes Deutsch-Ungarisch Csaba Földes (Veszprém) 1. Einleitendes Kontakte des Kulturphänomens ‘deutsche Sprache’ mit seinen östlichen Nachbarspra- chen erreichten über lange Zeitspannen hin- weg ein außerordentliches Maß an Intensität, Umfang und Tiefe. Vor allem in den Ländern der einstigen k. u. k. Monarchie kann das Deutsche – in seinen verschiedenen Varietä- ten – auf tief verwurzelte und weitreichende Traditionen zurückblicken, kam ihm doch dort Jahrhunderte lang die Rolle als konkur- renzlos dominierende Verkehrssprache zu. Dies gilt auch und gerade für Ungarn als topographische Größe. Vor diesem Hintergrund verfolgt der vor- liegende Beitrag zwei Ziele. Einerseits möchte er einen Überblick zur Geschichte der deutsch- ungarischen Sprachenkontakte erarbeiten und sich dabei schwerpunktmäßig auf die lexika- lischen Entlehnungen (d.h. Transferenzen) deutscher Provenienz im Ungarischen konzentrieren. Andererseits soll exempla- risch – gleichsam im Gegenzug – eine besonders markante Kontaktmanifesta- tion aus der Gegenwart des Deutschen als Minderheitensprache vorgestellt wer- den, in der das Ungarische für die Sprache der deutschen Minderheit in komple- xer Weise als Überdachungs- bzw. Referenzsprache dient. Mit diesen beiden Beschreibungsperspektiven soll letzten Endes ein Beitrag zur Erschließung der kulturellen Topographie des deutsch-ungarischen Kontaktfeldes geleistet werden. 2. Deutsch als Quelle von Sprachtransfer 2.1. Die Geschichte der ungarischen Sprachgemeinschaft war mit den deutsch- sprachigen Staaten aufs...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.