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Deutsch und seine Nachbarn

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Edited By Michael Elmentaler

Die Überlieferung der deutschen Sprache zeugt seit ihren Anfängen im 8. Jahrhundert von einem intensiven und anhaltenden Kontakt mit den Sprachen in ihrer Nachbarschaft. Umgekehrt hat auch das Deutsche im Laufe seiner Geschichte mehr oder weniger starke Spuren in seinen Nachbarsprachen hinterlassen. Der vorliegende Band, der auf einer Kieler Ringvorlesung von 2008 beruht, beschreibt diese wechselseitigen Sprachkontakte und deren Auswirkungen auf die beteiligten Sprachen und Varietäten aus der Perspektive der germanistischen, romanistischen, slawistischen, frisistischen und anglistischen Philologien. Aus dieser fachgrenzenüberschreitenden Zusammenschau ergibt sich eine Art «deutsche Sprachgeschichte von außen», zugleich auch eine Art Handbuch der mitteleuropäischen Sprachkontakte.

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Markus Hundt (Kiel): Das Hochdeutsche und seine Dialekte

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HOCHDEUTSCH ___________________________________________________ Sprachfamilie: westgermanische Sprache Sprecherzahl: ca. 90 Mio. Amtssprache in Deutschland (ca. 80 Mio.), Österreich (ca. 7 Mio.) und Liechtenstein; eine der Landessprachen in der Schweiz, Luxem- burg und Belgien. Sprechergruppen auch in Dänemark, Frankreich, Polen, Ungarn. Das Hochdeutsche und seine Dialekte Markus Hundt (Kiel) 1. Was ist „Hochdeutsch“? Der Titel dieses Beitrags enthält zwei Be- griffe, die in der Sprachwissenschaft nicht ganz unproblematisch sind. „Hochdeutsch“ hat in der Linguistik mehrere Bedeutungen. Je genauer man sich den Begriff ansieht, um- so weniger scheint er greifbar. Es sind insge- samt (mindestens) sechs verschiedene Les- arten von „Hochdeutsch“, mit denen wir rechnen müssen. 1.1. Der ästhetisch-bewertende Begriff In einer ersten Näherung kann der Begriff „Hochdeutsch“ in einer ästhetisch-bewerten- den Lesart verstanden werden als das gute, das reine, das schöne Deutsch. Hochdeutsch – hier nicht im Gegensatz zu Niederdeutsch verstanden – steht dabei im Gegensatz zu den Dialekten, zu saloppen Sprechweisen der Umgangs- und Regionalsprachen. Das reine Hochdeutsch ist in erster Linie über lautliche Merkmale definiert. Die Aussprache macht zunächst das Hochdeutsche aus. Man kann als Sprachwissenschaftler zwar immer wieder konstatieren, dass dieses Hochdeutsch nirgendwo so gesprochen wird (nirgends wird so gespro- chen, wie es der Aussprache-Duden oder das Aussprachewörterbuch von Siebs vorgeben), aber es hält sich dennoch die Vorstellung, dass man im Raum um Hannover Hochdeutsch spreche. Dass dabei viele regionalspezifische Sprech- weisen im Raum Hannover ausgeblendet bzw. als noch hochdeutsch toleriert werden (Ferd, Ssene, r-Vokalisierung etc.), ist offenbar für diejenigen, die an der Idee...

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