Show Less

Private Sicherheits- und Militärunternehmen im bewaffneten Konflikt

Eine völkerrechtliche Bewertung

Series:

Anna Köhler

Zahlreiche Staaten lassen sich heutzutage in bewaffneten Konflikten von privaten Sicherheits- und Militärunternehmen unterstützen. Damit hat der allgemeine Trend zur Privatisierung auch den äußerst sensiblen Bereich der (inter-)nationalen Sicherheit erreicht. Die Arbeit zeigt auf, inwieweit das Völkerrecht eine Lösung für diese «Privatisierung des Krieges» bereithält. Das historisch gewachsene Völkerrechtssystem und insbesondere das Prinzip des Staatenkrieges stoßen durch das Outsourcing vormals staatlicher Aufgaben an ihre Grenzen. Zugleich bietet das bestehende Völkerrecht aber auch Lösungsansätze für die rechtliche Behandlung der privaten Sicherheits- und Militärunternehmen, ihrer Mitarbeiter und der dahinter stehenden Staaten. Themen der Arbeit sind u.a. der Status der Unternehmensmitarbeiter nach dem humanitären Recht, ihre (völker-) strafrechtliche Verantwortlichkeit sowie eine Verantwortlichkeit und Due Diligence-Haftung der Staaten im Zusammenhang mit dem Einsatz privater Sicherheits- und Militärunternehmen in bewaffneten Konflikten.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

A. Einleitung 17

Extract

A. Einleitung Die bewaffneten Konflikte unserer Zeit sind geprägt durch ein Nebeneinander von staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren. Sie gleichen insoweit den Kriegen des Mittelalters.2 Neu ist allerdings der Einsatz von so genannten privaten Sicherheits- und Militärunternehmen. Diese multinationalen Unternehmen stellen heute, neben internationalen Terroristen, die bedeutendsten privaten Akteure in bewaffneten Konflikten dar. Damit hat der allgemeine Trend zur Privatisierung auch den zwi- schenstaatlichen Bereich internationaler Sicherheit erfasst. Die Motivation der Staaten für den Einsatz privater Sicherheits- und Militärun- ternehmen ist vielfältig und reicht von politischen zu finanziellen Erwägungen. Aufgrund der großen Nachfrage hat sich seit dem Ende des kalten Krieges eine ei- gene, stetig wachsende Wirtschaftsbranche entwickelt, in der Jahr für Jahr gewalti- ge Umsätze erzielt werden.3 Die Aufgaben der Unternehmen reichen vom Perso- nen- und Objektschutz bis zur unmittelbaren Teilnahme an Kampfhandlungen. Da- mit findet ein regelrechtes Outsourcing staatlicher Aufgaben statt. Multinationale Unternehmen gewinnen im Zeitalter der Globalisierung an Bedeutungszuwachs, und zwar auch im Bereich bewaffneter Konflikte. Subjekte des historisch gewachsenen Völkerrechtssystems sind allerdings in erster Linie die Nationalstaaten. Das bestehende Völkerrecht ist keineswegs auf die aktuelle Bedeutung nicht staatlicher Akteure ausgelegt. Insbesondere verweist die „Privatisierung des Krieges“ das historisch begründete System des Staatenkrieges4 in seine Grenzen. Hier gilt es zu klären, wie völkerrechtlicher Anspruch und aktuel- le Realität in Einklang gebracht werden können. Die vorliegende Arbeit geht daher der Frage nach, ob und wenn ja welche Lösungen die gewachsene Völkerrechtsord-...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.