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Internet und Altwerden

«Silver Surfer» und «Best Ager» – Surfen im Seniorenalter

Marie-Louise Rendant

Die «Silver Surfer» oder «Best Ager», wie Senioren im Internet gerne bezeichnet werden, verzeichnen in den letzten Jahren die höchsten Zuwächse und implementieren zunehmend das Internet in ihren Alltag. Umso unverständlicher ist es, dass über das Nutzungsverhalten dieser Zielgruppe wenig bekannt ist. Diese Studie will die bestehende Lücke schließen. Zielstellung ist die empirische Überprüfung, ob das Internet eine kompensierende Funktion auf eine große und größer werdende Klientel hat bzw. eine aktivierende Wirkung auf das alternde Individuum. Diese Vorstellung folgt der Annahme, dass Menschen mit zunehmendem Alter etwas fehlt bzw. etwas verlieren. In der Bilanzierung ihrer Lebenslagen ergeben sich jedoch nicht nur ein Bild von Defiziten, sondern auch viele Ressourcen. Die Auswertungen zeigen, dass ältere Onliner das Internet reflexionsorientiert und bedarfsgerecht zur Kompensation ihrer Defizite und Verluste nutzen. Im Abgleich mit gerontosoziologischen Theorien erweisen sie sich als verantwortungsvolle Medienrezipienten, die das Internet zum «erfolgreichen Altern» einsetzen.

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5. Die Interview-Befragung

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5.1 Methodik Die qualitative Studie dieser Arbeit, der zweite Forschungsteil der SoDyWeb- Studie, wird mit der Durchführung von Interviews arrangiert. Das Interview, egal, ob strukturiert, nicht- oder teilstrukturiert, ist nach der Beobachtung das zweitwichtigste Instrument in der Forschung, bei dem es um die Erfassung indi- viduellen Handelns geht.269 5.1.1 Design Entsprechend der Interview-Kategorisierung des Methodologen Flick ist die In- terviewbefragung der SoDyWeb-Studie ein halbstandardisiertes Interview aus der Gruppe der Leitfaden-Interviews. Diese spezifische Weiterentwicklung er- möglicht die Überprüfung subjektiver Theorien bei Interviewpartnern mit einem komplexen Wissens- hier: Erfahrungsbestand. Aufgrund dieses unmittelbar ver- fügbaren Erfahrungsbestandes steht es dem Interviewten zu, sich spontan auch auf offene Fragen zu äußern. Ziel des Leitfaden-Interviews ist die Rekonstrukti- on subjektiver Theorien. Das heißt, dass das Interview aus theoriegeleiteten, hypothesengerichteten Fragen besteht, die sich an der wissenschaftlichen Litera- tur zum Thema orientieren und auf den theoretischen Vorannahmen beruhen. In diesem Sinne folgt das Interview als wissenschaftlich-qualitative Studie der Re- konstruktion subjektiver Theorien und bedient sich der Vertiefung des Untersu- chungsgegenstandes durch hypothesengerichtete Fragen sowie Konfrontations- fragen.270 Als Gegenstände werden überwiegend Meinungsfragen oder Fragen nach Werthaltungen sowie Erfahrungs- oder Verhaltensfragen erkannt. Fragen dieses Typs beziehen sich auf kognitive oder interpretierende Prozesse des Befragten und geben Antwort darauf, was die Befragten über Dinge denken. Sie drücken Intentionen, Wünsche und Werte aus. Erfahrungs- bzw. Verhaltensfragen sind auf die Beschreibung von Erfahrungen, Verhaltensweisen, Handlungen und Ak- tivitäten ausgerichtet271 – und hier berücksichtigt, denn dies ist Intention bei ei- ner Zielgruppe, die...

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