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Probleme und Perspektiven sprechwissenschaftlicher Arbeit

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Edited By Ursula Hirschfeld and Lutz Christian Anders

Die Sprechwissenschaft entwickelt für das sprachlich-sprecherische Handeln von Menschen eine fachspezifische Problemsicht und eigenständige Lösungsansätze, die zugleich immer interdisziplinär geprägt sind. Ihre Arbeitsbereiche sind breit gefächert, sie reichen von klinischen Diagnose- und Therapieverfahren über rhetorische und sprechkünstlerische Fragestellungen bis zu normphonetischen Gegenständen und zur Sprachsynthese. Die hier zusammengestellten Publikationsfassungen von Vorträgen, die zu Ehrenkolloquien für Frau Prof. Dr. Eva-Maria Krech und Herrn Prof. Dr. Eberhard Stock gehalten wurden, und weitere Studien zu aktuellen Forschungsarbeiten, beinhalten grundsätzliche Überlegungen zur Positionsbestimmung und zu den Perspektiven einzelner sprechwissenschaftlicher Teildisziplinen. Sie zeigen die engen Zusammenhänge und Berührungspunkte der sprechwissenschaftlichen Teilbereiche und verschiedener benachbarter Wissenschaftsdiziplinen.

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Ines Bose, Norbert Gutenberg Prosodie und Enthymem — Zur empirischen Analyse prosodischer und argumentativer Strukturen 121

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Prosodie und Enthymem - Zur empirischen Analyse prosodischer und argumentativer Strukturen Ines Bose, Halle / Norbert Gutenberg, Saarbrücken 1 Einführung Im folgenden Beitrag werden Gedanken aus Bose/Gutenberg (2003) aufge- griffen und weitergeführt. Die Idee zu dieser phonetisch-rhetorischen Zu- sammenarbeit entstand aus der Beschäftigung mit zwei sehr unterschiedli- chen Korpora authentischer Kommunikationsprozesse: 1. Audio-Aufnahmen von Hörfunknachrichten (Korpus zur Analyse der Hörverständlichkeit; vgl. Gutenberg 2005) 2. Video-Aufnahmen von kindlicher Spielkommunikation (Korpus zur Ana- lyse des Sprechausdrucks; vgl. Bose 2003). Unsere konkreten Untersuchungsziele sind zwar unterschiedlich, gemeinsam aber ist unser Interesse an der Verschränkung sprachlicher und prosodischer Faktoren. Nach sprechwissenschaftlicher Auffassung konstituiert sich der Sinn gesprochener Äußerungen nicht ausschließlich linguistisch, sondern immer auch prosodisch (vgl. stellvertretend Stock 1996 a). Aus dem schrift- lichen Text lässt sich das 'Gemeinte' nicht vollständig erschließen, sondern benötigt die Vereindeutigung durch die mündliche Realisierung. In den Transkripten der genannten Korpora fallen gelegentlich Äußerungen auf, in denen mehrere prosodische Gestaltungen gleichermaßen möglich er- scheinen. Wir haben deshalb gefragt, warum sich die Sprecher für die kon- krete Form entschieden hatten. Da wir annehmen, dass Hörer die Gründe der Sprecher-Entscheidung für eine konkrete prosodische Realisierung in der Kommunikationssituation rekonstruieren (können), sind wir in der Analyse ebenso vorgegangen. Wir haben also gefragt, ob hinter der konkreten proso- dischen Gestaltung eine Entscheidung stehen könnte und wenn ja, welche 121 Gründe dazu geführt haben könnten. Zur Rekonstruktion...

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