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Das naturwissenschaftliche Weltbild am Beginn des 21. Jahrhunderts

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Edited By Bernulf Kanitscheider and Reinhard Neck

Anhand ausgewählter Beispiele wird untersucht, wie die Naturwissenschaften unser gegenwärtiges Weltbild beeinflussen. Dabei wird in einem interdisziplinären Dialog zwischen Vertretern der «exakten» Wissenschaften und Philosophen ausgelotet, ob und wie neuere Erkenntnisse dieser Wissenschaften Weltanschauung und Menschenbild der Gegenwart (und, soweit absehbar, der Zukunft) prägen. Unter anderem werden die Stellung des Menschen im Kosmos, Gehirn und Bewusstsein, Quantenphysik und Realität, Fragen der Evolution sowie das Verhältnis von naturwissenschaftlichem und religiösem Weltbild erörtert.

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7. Zur Entwicklung des Zeitbegriffs Peter Christian Aichelburg 115

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Kapitel 7 Zur Entwicklung des Zeitbegriffs Peter Christian Aichelburg 7.1 Der Zeitbegriff der Antike Von der Antike her hat sich über mehr als zwei Jahrtausende der Zeitbegriff ent- wickelt und gewandelt. Ausgehend von den griechischen Philosophen, verschiebt sich mit der Entstehung der Einzelwissenschaften die Thematik von der Philoso- phie mehr und mehr zu den Naturwissenschaften. Dabei kommt der Physik als Grundwissenschaft eine besondere Rolle zu. Innerhalb der Physik hat wieder die Einsteinsche Relativitätstheorie den Zeitbegriff der modernen Physik am nachhal- tigsten geprägt. In welchem logischen Zusammenhang steht der moderne natur- wissenschaftliche Zeitbegriff mit jenem der Antike? Was also ist die Zeit, fragt Augustinus im 4. Jahrhundert und gibt sich selbst die berühmt gewordene Antwort1: „Wenn mich niemand danach fragt, weiß ich’s, will ich’s aber einem Fra- genden erklären, weiß ich’s nicht“ Aristoteles hat sich in seinen Lehrschriften ausführlich mit der Problematik der Zeit befasst. Er spricht jene drei Grundprobleme des Wesens der Zeit an, die im Weiteren von Denkern immer wieder aufgegriffen wurden. Es sind dies die Frage nach der Existenz der Zeit, der Zusammenhang von Zeit und Bewegung bzw. Wandlung und das Problem der Stetigkeit. 7.2 Zeit und Bewegung Aristoteles bringt Zeit in Zusammenhang mit Bewegung und versucht herauszu- finden, was an der Bewegung die Zeit ist. Er fasst Zeit als Wandlung der Dinge auf, aber die Wandlung selbst ist nicht die Zeit2: 1 Augustinus (1982, S. 312–328). 2 Aristoteles (1956, S. 143–156). Peter Christian Aichelburg 116 „[...] dass die Zeit weder Bewegung...

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