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Psychologen in autoritären Systemen

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Edited By Theo Herrmann and Wlodek Zeidler

Dieser Sammelband stellt die Lebensläufe oder markante Lebensabschnitte von 16 Psychologen unter Nationalsozialismus und polnischem Staatskommunismus dar. Dabei wurden die Biographien teilweise anhand bisher unbekannter Dokumente erarbeitet. Die Beiträge machen deutlich, dass die Schicksale der Psychologen außerordentlich verschieden waren: Es gab Emigration und Deportation, Hinrichtung und Ermordung, es gab Mitläufer, Intriganten, Opportunisten und Gesinnungstäter, aber auch Solidarität und bis heute fast unbekannte Widerstandskämpfer. Zu verzeichnen waren dabei vielerlei Gedächtnislücken und Schönfärbereien. Wenn auch die Psychologen von beiden Diktaturen in ähnlicher Weise beeinflusst wurden, so fasziniert doch die ganze Vielfalt individueller und letztlich einmaliger Lebensläufe.

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Alina Szeminska und Maria Zebrowska –zwei Psychologinnen und deren beginnende wissenschaftliche Tätigkeit zwischen den Weltkriegen. Andrzej Golab

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233 Alina Szemiska und Maria ebrowska – zwei Psychologinnen und deren beginnende wissenschaftliche Tätigkeit zwischen den Weltkriegen Andrzej Gob Obwohl die beiden im Titel genannten Psychologinnen bereits vor dem Zweiten Weltkrieg bedeutende Erfolge in der akademischen Arbeit erzielten, waren ihre weiteren Karieren nach dem Krieg sehr verschieden. Maria ebrowska erreichte eine sehr hohe Position in der polnischen Psy- chologie. Die Leistungen von Alina Szemiska wurden kaum erkannt und daher unterschätzt. Aus heutiger Sicht erscheint dies ungerecht. Die beiden Wissenschaftlerinnen waren fast Altersgenossinnen1. Sie hatten nicht nur Interesse an der wissenschaftlichen Forschung, sondern auch an der Anwendung der Psychologie in der Praxis. 1. Alina Szemiska (1907-1986)2 – die Entdeckerin im Schatten eines großen Namens 1.1 Kindheit und Jugend Alina Szemiska verbrachte ihre Kindheit in Polen und Schweden. Sie besuchte und beendete das Gymnasium in Warschau. Sie wollte Medizin studieren, wurde aber nicht in die Warschauer Universität aufgenommen. Der Grund hierfür war die damalige Diskriminierung von Frauen (Bideaud, Meljac & Fischer, 1991, S. 8). Sie fing daher an, Psychologie in Berlin zu studieren und interessierte sich besonders für Kinderpsychologie. Ihre Lehrer waren Wolfgang Köhler, Kurt Lewin und Max Wertheimer. Viele Jahre später erinnerte sie sich daran, dass sie 1928 Köhler gesagt hatte, sie wolle den Studienort wechseln. Köhler empfahl ihr zwischen drei Personen zu wählen. Zuerst erwähnte er Ovide Decroly in Belgien, fügte aber hinzu, es wäre schwer zu sagen, ob sie dort zufrieden würde. Dann 1 Maria ebrowska...

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