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Die Entwicklung des deutschen Militärwortschatzes in der späten frühneuhochdeutschen Zeit (1500-1648)

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Anna Just

Die deutsche Militärsprache ist ein Faszinosum in vielerlei Hinsicht. Ihre Ursprünglichkeit ist noch heute in vielen Bezeichnungen fassbar. Ihr Wortschatz hat beständig Eingang in den zivilen Sprachalltag gefunden und in den Zeiten des Militarismus in Deutschland nachhaltig prägenden Einfluss auf den allgemeinen Sprachgebrauch gehabt. Besonders reizvoll erscheint es daher, sich mit ihren Anfängen zu beschäftigen. Fasst man die Begriffe deutsch und Militär etwas enger, sind diese etwa zu Beginn des 16. Jahrhunderts anzusiedeln. Der Leser bekommt ein Werk an die Hand, das sowohl dem sprachlich Interessierten als auch dem militärischen Fachmann den historischen Militärwortschatz vor dem 30jährigen Krieg erläutert.

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2. Militärgeschichtliche Hintergründe imuntersuchten Zeitrahmen

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2. Militärgeschichtliche Hintergründe im untersuchten Zeitrahmen Staat und Militär Militärgeschichte ist immer als Teil der Staatsgeschichte zu betrachten, da Militär gemäß o.a. Definition als Ausdruck der Wehrhaftigkeit und damit des Souveränitätsanspruches eines Staates zu interpretieren ist. Eine erste Einschränkung bei der Auseinandersetzung mit dem Begriff „deut‐ sche Militärgeschichte” ergibt sich aus dem Umstand, dass man vor 1648 streng genommen noch gar nicht von „Militärwesen”, sondern lediglich von „Kriegswesen” sprechen sollte15, da bewaffnete Streitkräfte bis zu diesem Zeitpunkt nur zeitlich begrenzt für die bevorstehende kriegerische Ausein‐ andersetzung zusammengestellt und danach in der Regel aufgelöst wurden und sich somit der o.a. Definition entziehen. Darüber hinaus konnte, wie oben dargelegt, im deutschen Reich bis zum En‐ de des 15.Jh. von einem Staat im Sinne einer verfassungsmäßigen, Zentral‐ gewalt ausübenden Institution noch keine Rede sein. Das Reichsgebiet setzte sich zusammen aus einer Vielzahl von Fürsten‐ und Herzogtümern, Graf‐ schaften, geistlichen Territorien und freien Städten (sog. „Reichsständen”, zu denen auch der Adel zählte), deren jeweilige Landesherren dem Kaiser wohl in einigen Dingen verpflichtet waren („Rat und Hilfe”16), im übrigen aber souverän agierten, oft genug auch untereinander feindselig. So ist auch „deutsche” Militärgeschichte bis zu diesem Zeitraum nicht ge‐ schrieben worden, da insbesondere das Recht auf bzw. die Pflicht zur Lan‐ desverteidigung (Aufrechterhaltung des Friedens) und die damit verbunde‐ nen Bemühungen um den Aufbau geeigneter Strukturen zunächst bei den F...

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