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Vom Umgang mit Helden

Das Museum Nibelungen(h)ort Xanten- Bestandsaufnahme und Museumskatalog

Ralph Trost

Die Nibelungen – große europäische Sage, Mythos um Aufstieg und Untergang, Liebe und Hass, Treue und Verrat. Kaum eine andere Geschichte hat Kultur, Gesellschaft und Politik im deutschsprachigen Raum derart geprägt wie diese. Entstanden als Teil der europäischen Sagenfamilie, sind die Geschichten um Helden und ihre Mythen zunächst mündlich weitergegeben worden. Im 12. Jahrhundert dann wurden verschiedene dieser Sagen zum Nibelungenlied zusammengefasst. Anfang 2010 eröffnete der Nibelungen(h)ort Xanten als ein Museum, das die Rezeptionsgeschichte des Mythos darstellt: von der Zeit der Völkerwanderung über das Mittelalter, das 18. und 19. Jahrhundert, den Missbrauch im 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Das Buch ist gleichzeitig Bestandsaufnahme der Dauerausstellung von Mitte 2012 und Museumskatalog mit rund 100 Fotos.

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5. Romantische Helden

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5.1 Kunst im 19. Jahrhundert (Text: Cornelia Krsak) Durch den Krieg zwischen Preußen und Frankreich und den Zu- sammenbruch des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wächst auch in Künstlerzirkeln das Interesse am Altdeutschen. In den Kunstschätzen des Mittelalters sehen viele Künstler ein Spiegel- bild der einstigen nationalen Einheit und Größe. 1811/12 trifft sich abendlich im Kloster von S. Isidoro in Rom eine Gruppe deutscher Künstler, um gemeinsam das Nibelungenlied zu lesen. Peter Cornelius illustriert als Erster das Nibelungenlied in einer Folge von sieben Blättern, die lange Zeit vorbildhaft bleiben. Karl Ballenberg, Wie Siegfried zu den Niebelungen fuhr, Öl auf Holz, 33,1x42,8 cm, 1840 (NHX KB/08/0015) (rt) 56 Im rückwärtsgewandten Blick der Romantik verklärt sich das Nibe- lungenlied zum Symbol eines mächtigen, einigen Deutschlands. Der von Hagen in den Rhein gestürzte Nibelungenhort wird zum Gleich- nis eines versunkenen „Goldenen Zeitalters“, das in märchenhaft- schwärmerischen Bildern beschworen wird. Bleiverglasung, hier „Brunhild“ (nach dem Wandgemälde „Brundhilde und Gunther“ von Julius Schnorr von Carolsfeld im Saal der Helden, Münchener Residenz 1826-1867); Ende 19. Jahrhundert, 68,2x128,5 cm (NHX OB/09/0083) (rt) Auch die deutschen Fürsten geraten in den Sog der romantisch-natio- nalen Kunstströmung. 1826 erteilt König Ludwig I. von Bayern Julius Schnorr von Carolsfeld den Auftrag, einen Flügel seiner Münchner Residenz mit Nibelungenmotiven auszumalen. Mit der Beschwörung des feudalen Mittelalters dokumentiert Ludwig I. seinen Herrschafts- anspruch. Er stellt...

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