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Wie von Gott reden?

Ansätze der Theologie im 20. Jahrhundert

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Hanjo Sauer

Das 20. Jahrhundert zeichnet sich durch tief greifende Umbrüche in der Theologie aus. In sehr unterschiedlichen Ansätzen suchen Theologen und Theologinnen unter den Bedingungen ihrer Zeit das Geheimnis Gottes zur Sprache zu bringen. In dreißig Porträts werden diese Ansätze mit besonderer Berücksichtigung der Verflechtung von Biografie und Werk kurz dargestellt. Neben ausführlichen Literaturhinweisen ist jeweils ein Originaltext beigefügt. So soll deutlich werden, welche Herausforderung es darstellt, authentisch von Gott zu reden.

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5. Absolutheit des Christentums? Ernst Troeltsch (1865 –1923)

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Die Vertreter der protestantischen Theologie in Deutschland hatten zwar nicht in dem Maße das Problem, ihre theologische Theorie im Rahmen der Kontrolle des kirchlichen Lehramts entwickeln zu müssen, wie das die Vertreter der römisch-katholischen Theologie hatten, die sachlichen Probleme blieben jedoch vergleichbar. Wie lassen sich im Horizont der neuzeitlichen Umbrüche des Denkens Vernunft und Offenbarung mitei- nander vermitteln? Weil solche Vermittlungsmodelle aus der Theologie- geschichte nur sehr begrenzt zur Verfügung standen und auf die neue Situation kaum übertragbar waren, galt es, ein neues Instrumentarium zu entwickeln. Die Frage nach der Verbindung von Dogma und Geschich- te, welche die Tübinger Schule zu Beginn des 19. Jahrhunderts über drei Generationen beschäftigt hatte, blieb weiterhin relevant – und zwar in einer noch weiter verschärften Weise. Wie kaum ein anderer stellte sich der protestantische Theologe Ernst Troeltsch mit einem höchst differen- zierten wissenschaftlichen Methodenbewusstsein dieser Frage der Ver- mittlung von Vernunft und Offenbarung. Einige biografische Hinweise: Ernst Troeltsch wurde am 17. Februar 1865 in Haunstetten bei Augsburg, geboren. Er studierte in Augsburg, Erlangen, Berlin und Göttingen. 1890 wurde er Privatdozent in Göttin- gen, 1892 ordentlicher Professor für Systematische Theologie in Bonn und 1894 in Heidelberg. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs erfolgte im Jahr 1912 die Ernennung zum korrespondierenden Mitglied der Preu- ßischen Akademie der Wissenschaften. 1914 wurde er ordentlicher Pro- fessor für Philosophie in Berlin. Troeltsch wirkte an der Philosophischen Fakultät: Er hatte den Lehrstuhl für Kultur-, Geschichts-, Gesellschafts-...

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