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Internationale Studien zur Geschichte von Wirtschaft und Gesellschaft

Teil 1 und Teil 2

Karl von Hardach

Wirtschafts- und Sozialhistoriker – gut eine halbe Hundertschaft aus zwölf Ländern – bieten einen bunten Strauß ihrer akademischen Arbeiten von der Antike bis zur Gegenwart. Zu Worte kommen Professoren und Praktiker (Anwälte und Archivare, Beamte und Bankiers, Gymnasiallehrer und Geschäftsleute – alle mit einem Herzen für die Historie). Sie bieten Einblicke in die Breite und Tiefe wirtschafts- und sozialgeschichtlicher Untersuchungen und belegen Methodenvielfalt und Darstellungsmannigfaltigkeit wie sie heute weltweit praktiziert werden. Der Band enthält Beiträge in deutscher und englischer Sprache.

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Strukturwandel im Zeitalter der Fugger: Rolf Walter

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1154 1827. Die erste moderne Krankentagegeldversicherung war die schottische Ver- sicherungsgesellschaft „Highland Society“, die im Jahr 1824 ihre Prämien auf der Basis eigener statistischer Daten berechnete. Im Jahr 1855 folgte diesem Beispiel die „Leipziger Krankenkasse Gegenseitigkeit“. Die große Inflation nach dem Ersten Weltkrieg belastete diese beiden Versicherungsarten sehr, war aber gleichzeitig der Beginn der Krankheitskostenversicherung.120 Während die ersten Impulse für die Prämienkalkulation in der Lebensversicherung und der Kranken- versicherung im Tagegeldtarif aus England bzw. Schottland kamen und erst im Anschluss deutsche Forschungen wegweisend wurden, waren bei der Erarbei- tung der exakten Prämien im Kostenerstattungstarif vor allem deutsche Versiche- rungsmathematiker führend. Der Möglichkeit, die Beiträge bzw. Prämien versi- cherungsmathematisch korrekt zu berechnen, war es zu verdanken, dass das über Jahrhunderte praktizierte regional gebundene und berufsständisch organisierte Kassenwesen überwunden werden konnte und dass die Versicherungswirtschaft große und leistungsfähige Unternehmen hervorbringen konnte, die aufgrund ihrer großen Versichertenzahl in der Lage waren, das Risiko breiter zu streuen. Das zentrale Problem bei der versicherungstechnischen Erfassung des Risi- kos und der korrekten Berechnung der Prämien war in allen Beispielfällen das zunächst fehlende statistische Material. Auf die Erhebung und Strukturierung der für die jeweilige Versicherungsart passenden Statistiken wurde große Mühe verwendet. Es dauerte jeweils in etwa 10 Jahre, bis schließlich geeignetes stati- stisches Material erarbeitet worden war; hier zeigt sich der der Versicherungs- wirtschaft innewohnende starke historische Bezug, die wie kaum eine Branche in ihrem Tagesgesch...

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