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Wettbewerbsvorteil durch Innovation und Unternehmertum in angelsächsisch-liberalen und rheinischen Volkswirtschaften

Eine empirisch diskriminatorische Untersuchung von «Varianten des Kapitalismus»

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Dominik Manuel Kögel

Als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise ist die Frage nach der Existenz unterschiedlicher Wirtschaftsmodelle und ihrer Vor- und Nachteile aktueller denn je. Dabei ist selbst die Existenz von «Varianten des Kapitalismus» wissenschaftlich hoch umstritten. Diese Arbeit will die emotional stark aufgeladene Debatte auf Basis harter Daten und Fakten objektivieren. Mithilfe einer statistischen Methodik, die unter anderem in der Naturwissenschaft verwendet wird, um Spezies in Flora und Fauna zu unterscheiden, zeigen sich systematische Unterschiede zwischen Kapitalismusvarianten, die weit über die «klassischen» Bereiche Sozialstaat und Arbeitsmarkt hinausgehen. Sie betreffen zum Beispiel die Patentspezialisierung (das «Innovationsprofil») von Volkswirtschaften sowie die Rahmenbedingungen für Innovation und Unternehmertum und sind bedeutend genug, um komparativen institutionellen Vorteil für Volkswirtschaften und Wettbewerbsvorteil für Unternehmen zu bewirken.

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3. Der Faktor Innovation und seine Bedeutung

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“Der fundamentale Antrieb, der die kapitalistische Maschine in Bewegung setzt und hält, kommt von den neuen Konsumgütern, den neuen Produktionsmethoden, den neu- en Märkten, den neuen Formen der industriellen Organisation, welche die kapitalisti- sche Unternehmung schafft. (...) Die Eröffnung neuer, fremder oder einheimischer Märkte und die organisatorische Entwicklung vom Handwerksbetrieb und der Fabrik zu solchen Konzernen wie dem US-Steel illustrieren den gleichen Prozeß einer indus- triellen Mutation (...), der unaufhörlich die Wirtschaftsstruktur von innen heraus revo- lutioniert, unaufhörlich die alte Struktur zerstört und unaufhörlich eine neue schafft. Dieser Prozeß der ‚schöpferischen Zerstörung’ ist das für den Kapitalismus wesentli- che Faktum.” Joseph Schumpeter (1947: 137f.) Das folgende Kapitel beschreibt die Bedeutung des Themas Innovation für den Fort- schritt der Menschheit, für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit und zeigt seine Rele- vanz vor allem für die entwickelten Industrienationen auf. Gesondert hervorgehoben wird anschließend die Bedeutung des Innovationsthemas für das Modell der Rheini- schen Marktwirtschaft. Nach der Theorie zu Varianten des Kapitalismus und Innovati- on ist es kein Zeichen von Innovationsschwäche, dass die letzte technologische Revo- lution nicht in Europa stattfand. Vielmehr geht die „Varianten des Kapitalismus“- Theorie von unterschiedlichen Stärken und Schwächen der diversen Kapitalismusvari- anten bezüglich verschiedener Formen von Innovation aus. Diese unterschiedlichen Formen spielen entsprechend der Innovationsökonomik eine Rolle in der Ausprägung unterschiedlicher technologischer Regime, aber auch in verschiedenen Phasen des Produktlebenszyklus. Die in diesem Kapitel aufgeworfenen Fragen werden...

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