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Liebe als Metapher

Eine Studie in elf Teilen

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Edited By Walter Delabar and Helga Meise

Liebe ist alles Mögliche und zeigt alles Mögliche an: den Zustand einer Gesellschaft, die Möglichkeit einer Handlungsalternative, ein utopisches Gesellschaftsmodell, andererseits kann sie auch eine Form sozialer Disziplinierung sein oder eine Möglichkeit von Herrschaft. Ausgehend von den Schäferspielen des 17. Jahrhunderts, die nicht einfach nur als Spielform zu verstehen sind, die dem Zeitvertreib geschuldet ist, sondern auch gesellschaftspolitische Bedeutung haben, wird der Umgang mit erzählten Liebesbeziehungen untersucht. Beiträge aus der Literatur-, Kunst- und Kulturwissenschaft fragen anhand künstlerischer Produkte seit der frühen Neuzeit nach der Bedeutung von Liebe.

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Die schwarze Königin - Zu Lohensteins Sophonisbe (Gesa Dane)

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Die schwarze Königin Zu Lohensteins Sophonisbe Gesa Dane Daniel Casper von Lohensteins hat sein letztes Trauerspiel Sophonisbe anlässlich der Heirat von Kaiser Leopold I. mit der spanischen Infantin Margarita im Jahre 1666 verfasst1. Weil es politisch-konfessionelle Spannun- gen zwischen dem protestantischen Schlesien und den katholischen Habs- burgern gab, wurden die Feierlichkeiten in Breslau aufgeschoben. Die Ur- aufführung fand durch die Schüler des Breslauer Magdalenen-Gymnasiums nachweisbar im Mai 1669 statt2. Gedruckt wurde Sophonisbe zusammen mit dem anderen „Afrikanischen Trauerspiel“ Cleopatra ein erstes Mal wesent- lich später, erst im Jahre 1680. Im Druck erschien Sophonisbe zusammen mit einem 267 Alexandrinerverse umfassenden Widmungsgedicht an Franz Freiherr von Nesselrode (1635-1707), einem kaiserlichen Beamten und Mä- zen. Metrisch ist dieser Paratext mit dem der Trauerspielhandlung durch den Alexandrinervers verbunden, durch den sechsfüßigen Jambus mit Endreim- bindung. Dieser verleiht sowohl dem Langgedicht als auch dem Trauerspiel einen hochartifiziellen Charakter, etwa wenn in den Stichomythien selbst Opponenten, die gegeneinander sprechen, und verbindet sie noch durch die gereimte Sprache miteinander. So ist auch scheinbar Partikulares bei Lohen- stein immer eingebunden in eine höhere Ordnung, der Alexandriner ist das poetische Äquivalent für diese Ordnungswelt, die Lohenstein für Natur und 1 Vgl. Marie-Thérèse Mourey: Die literarische Landschaft in Schlesien um 1660- 1680. In: Wolfenbütteler Barock-Nachrichten 37 (2010) 1, 2: Um Lohensteins Sophonisbe 1669/1680. Hrsg. von Marie-Thérèse Mourey, S. 15-31, hier S. 24. Hin- zuweisen wäre auf Wilfried Barners – im Anschluss an Gerhard Spellerberg – ge...

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