Show Less

Transkulturelle Identität und Übersetzungsmodelle skandinavischer Literatur

Series:

Edited By Maria Krysztofiak

Dieser Sammelband erfasst ausgewählte Aspekte der literarisch konstruierten Identität und ihrer Umsetzung in narrative Weltbilder in den Werken skandinavischer Autoren. Dabei wird das Thema auf drei Ebenen erörtert, erstens im Rahmen der nationalen Denk- und Erzählmuster, zweitens im Bereich der skandinavischen, übernationalen Erzählung über gemeinsame Geschichte und Gegenwart sowie drittens im Hinblick auf die wirkungsästhetische Kommunikation der durch Übersetzungen skandinavischer Literaturen vermittelten Weltbilder und Kulturchiffren. Die Perspektive der Übersetzung der Literatur aus dem Norden hebt folgende Aspekte der Vermittlung skandinavischer Autoren hervor: die Notwendigkeit und die Art der Wiedergabe der charakteristischen Erzählweise, die auf die altnordische Narrativik zurückblickt, die Möglichkeit der Vermittlung eines durch den individuellen Kulturcode chiffrierten Gesamtkonzepts skandinavischer Literaturen sowie die wirkungsästhetische Bedeutung der Neuübersetzungen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Vom Übersetzen altisländischer Sagas– einige Anmerkungen aus Theorie und Praxis. Gert Kreutzer

Extract

Vom Übersetzen altisländischer Sagas – einige Anmerkungen aus Theorie und Praxis Gert Kreutzer Denn nicht um „richtiges“ oder, um es mit einem Fetischbegriff der Übersetzungskritik zu sagen, um „angemessenes“ Übersetzen geht es, sondern um die Eigenständigkeit und Tragfähigkeit des jeweiligen Systems. (Paul Ingendaay) I. Zur Geschichte der Übersetzungstheorie Übersetzungtheoretische Überlegungen gibt es wohl schon so lange, wie es Übersetzungen gibt, allerdings in der Regel nicht als selbständige Übersetzungstheorien, sondern meist erwachsen aus der Übersetzungspraxis, als Positionsbestimmung bzw. Rechtfertigung der eigenen Übersetzungsprinzipien. Da die Probleme im Grunde zeitlos sind, erlaube ich mir hier einen Rückgriff auf die Antike, um zu zeigen, dass schon damals Übersetzen im Spannungsfeld zwischen Ausgangstext und Zieltext stattfand. Soll man sich in größtmöglicher Treue an das Original anlehnen, seine sprachlich-stilistische Eigenheit erhalten und bis in die Syntax und Wortbildung hinein nachahmen oder soll man sich an den Adressaten und am Gebrauch der Zielsprache orientieren? Um diese Spannung zwischen zwischen dem „wörtlichen“ und „sinngemäßen“ Übersetzen bzw. ausgangssprachenorientierten („verfremdenden“) und zielsprachenorientierten („einbürgernden“) Übersetzen geht es schon in den Jahrhunderten seit der lateinischen Antike1 – und, wie zu zeigen sein wird, auch noch bei den Sagaübersetzungen unserer Zeit. Cicero (106-43 v. Chr.) in seiner Abhandlung De optimo genere oratoris2 akzeptiert wörtliches Übersetzen für bestimmte Situationen des Alltags, z.B. beim Handel, wo es auf möglichst große Genauigkeit bei der Terminologie ankommt („interpretatio“), bei der Übertragung eines rhetorisch und stilistisch geformten Textes besteht er jedoch auf einer adäquaten...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.