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Das Notationssystem von Heinz Matyssek

Die Realität seiner Anwendung und sein generatives Potenzial beim Konsekutivdolmetschen

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Lucyna Krenz-Brzozowska

In der Arbeit wurden universale Notationsgrundregeln festgelegt, mit denen Dolmetscher den Kern ihrer individuellen Notationssysteme bilden können. Es sind Matysseksche Notationsregeln mit einem so hohen generativen Potenzial, dass sie von den meisten Dolmetschern bei der Notizennahme angewendet werden. Das von Jerzy Żmudzki entwickelte KSD-Modell wurde um die Phase Speicherung ergänzt, die aus zwei parallel verlaufenden Subphasen Memorisierung und Notizennahme besteht, wobei deren Platzierung von der Notationssprache im jeweiligen Moment abhängt. Darüber hinaus wurden die Merkmale der Textsorte Notationstext bestimmt, wobei dieser immer an den AS- und ZS-Text gebundene Text als Subtext zu diesen Texten zu betrachten ist. Die Arbeit liefert auch einen Beitrag zur Diskussion um die Notationssprache(n).

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1 Gegenstand und Ziele der Arbeit

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In der einschlägigen Literatur sowie in der Dolmetscherpraxis sind heutzutage vor allem zwei NS bekannt: von Jean Rozan (1956) und von Heinz Matyssek (1989).1 Dazu kommen noch drei weniger gebrauchte: das System von Jean Herbert (1952), von Wilfried Becker (1971) und von Rjurik K. Min’jar-Beloruchev (1969a).2 Das Matysseksche NS, der Gegenstand der vorliegenden Arbeit, stellt eine Synthese seiner Vorgänger dar, die der Autor um eigene Ideen erweitert hat (Matyssek 1989:VII, 38, 46). Im Vergleich zu den anderen Systemen ist es am ausführlichsten. Seine Komplexität wird ihm oft zum Vorwurf gemacht. Es scheint, dass die Kritik am MatyssekschenNS aus falscher Erkenntnis seines We­ sens resultiert. Es wird von seinen Kritikern als Sammlung komplizierter Regeln und unzählbarer Zeichen interpretiert.3 Andererseits wird gerade dieses NS von sehr vielen Dolmetschern mit Erfolg in der Praxis gebraucht. Der Grund dafür ist, dass sie seinen Wert richtig erkannt haben. Dieser liegt in seinem generativen Po­ tenzial, einem Merkmal, das dieses System trotz seiner Komplexität zu dem am häufigsten angewendeten NS macht. Das generative Potenzial des Matyssekschen NS manifestiert sich auf drei Ebe­ nen: • auf der Ebene der Generierung eigener NS in Anlehnung an das Matysseksche NS • auf der Ebene der Notizennahme als Generierung von Notizen als Notations­ texte unter Verwendung der Matyssekschen NR • auf der Ebene der Generierung neuer NZ unter Verwendung der Matyssek­ schen Zeichenbildungsregeln 1 In der vorliegenden Arbeit werden häufig verwendete Begriffe abgekürzt. Die entspre­ chende Liste mit Abkürzungen...

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