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Reformation und Humanismus

Philipp Melanchthon und Johannes Calvin

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Wilhelm Schwendemann

Warum soll man sich mit Philipp Melanchthon und Johannes Calvin außerhalb von jährlichen Erinnerungsfeiern beschäftigen? Beide Theologen waren umfassend humanistisch gebildet und sind über den Weg der Sprache auf biblische Texte gestoßen und haben so die Reformationen in Wittenberg und in Genf wesentlich befördert. Ohne den Hintergrund humanistisch-philologischer Ausbildung wären sie theologisch nicht kompetent gewesen und hätten die Tiefenstruktur der biblischen Texte nicht aufnehmen können. Die politischen und sozialen Herausforderungen waren für beide Reformatoren sehr verschieden, wobei jedoch der humanistische Bildungsgrund so etwas wie eine Sensibilisierung für Vielfalt entstehen ließ. Die theologisch-reformatorischen Modelle sind insofern bedenkenswert und faszinierend, weil sie auf die Grundfragen christlicher Existenz, Bildung und Erziehung, christlicher Praxis und Ethik antworten.

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Melanchthon und die Patristik in der frühen Neuzeit. Die Relektüre der Kirchenväter in den Wissenschaften des 15.-18. Jahrhunderts − Melanchthon, Maimonides und Averroes: Aristoteles Rezeption und Exegese gegen religiösen Fundamentalismus

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Melanchthon und die Patristik in der frühen Neuzeit Die Relektüre der Kirchenväter in den Wissenschaften des 15.-18. Jahrhunderts − Melanchthon, Maimonides und Averroes: Aristoteles Rezeption und Exegese gegen religiösen Fundamentalismus Vortrag auf dem Internationalen Kongress des Melanchthonhauses Bretten 17.–20.2.2003 Hinführung Sehr geehrte Damen und Herren, mein Vortrag unter dem Titel „Melanchthon, Maimonides und Averroes: Aristo- teles Rezeption und Exegese gegen religiösen Fundamentalismus“ fällt etwas aus dem Rahmen dieser Tagung, weil sich hinter dieser wortreichen Überschrift ein wissenschaftliches Problem verbirgt: Es geht um die jüdisch-arabisch vermittelte Aristoteles Rezeption Philipp Melanchthons und ihre Auswirkung auf Exegese und Theologie und die Betonung liegt hierbei auf dem Begriff Vermittlung.1 1 Inwieweit Melanchthon über die arabischen Philosophen informiert war, können wir direkt nicht rekonstruieren, allenfalls erschließen. Nicht vorhandene Zitation durch Melanchthon besagt nichts, denn im 16. Jahrhundert gab es offensichtlich einen recht weiten Umgang mit Zitaten; vgl.dazu: Peter Walter aaO., S. 77 Anm. 45 und Wilhelm Schwendemann: Leib und Seele bei Calvin, Die erkenntnistheoretische und anthropologische Funktion des platonischen Leib − See- le − Dualismus in Calvins Theologie, Stuttgart 1996. So viel ist jedenfalls deutlich in seinen medizinisch-naturwissenschaftlichen Schriften weist Melanchthon eine präzise Kenntnis antiker Medizinkompendien nach. Folgende Schriften ließen sich hierzu zu Rate ziehen, was aber nicht im Zentrum dieser Untersuchung steht: Laus artis medicae (1529 od. 1530) CR 11, Sp. 191−197; Encomium medicinae (1529 od. 1530) CR 11, Sp. 197−202; Contra empiricos Medicos (1531) CR 11, Sp. 202−209; De vita...

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