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Die retrospektive Digitalisierung von Printpublikationen

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Jörn Heckmann

Die Netzgemeinde hegte die Hoffnung, dass im Wege der retrospektiven Digitalisierung eine allumfassende Bibliothek entstehen könnte, welche das Wissen der Menschheit digital zugänglich macht. Schnell zeigte sich den nutzungswilligen Dritten jedoch, dass mit einem technischen Können nicht automatisch ein rechtliches Dürfen einhergeht. Die Darlegung dieses rechtlichen Dürfens ist Gegenstand dieser Publikation. Hierbei wird neben der Behandlung der urheberrechtlichen Zulässigkeit entsprechender Digitalisierungsvorhaben auch ein Blick auf die bislang stark vernachlässigten wettbewerbsrechtlichen und markenrechtlichen Fragestellungen geworfen. Des Weiteren untersucht der Autor die Verwertungsmöglichkeiten von verwaisten Werken ( orphan works) und beleuchtet die Frage, inwieweit das Allgemeine Persönlichkeitsrecht sowie Abwehrrechte der Verlage eine Digitalisierung verhindern können.

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F. Schlussbetrachtung

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Ha Ha! Your medium is dying! Nelson Muntz, The Simpsons, Staffel 19, Episode 10 (zu einem Journalisten) Auch wenn der Satire wie kaum einer anderen Kunstform das Recht zur Über- treibung zusteht, macht dieses Zitat doch zumindest eines deutlich: Die Zukunft von Printmedien wird langfristig durch digitale Netzpublikationen bedroht. Da- bei beschränkt sich diese Entwicklung nicht nur auf den Bereich der Zeitungs- und Zeitschriftenpublikationen; vielmehr scheint es absehbar, dass auch die Nutzer der klassischen Publikationsform „Buch“ verstärkt auf digitale Produkte zurückgreifen werden. Beflügelt wird diese Entwicklung durch neuartige Wie- dergabegeräte, welche mittels ePaper die Haptik einer Printpublikation in die digtale Welt übertragen und zugleich neue technologische Möglichkeiten zur Inhaltserschließung ausschöpfen. Mögen Kritiker in dieser Entwicklung auch den „Untergang des Abendlan- des“ sehen, so entpuppt sich die Gefahr für die althergebrachten Publikationswege bei näherer Betrachtung zugleich als große Chance für Urheber und Verlage – werden diese doch in die Lage versetzt, neben neuen Veröffentlichungen auch bereits bestehende Werke einer erneuten wirtschaftlichen Verwertung zuzuführen. Aber auch Bibliotheken erblicken in der Digitalisierung ein adäquates Mittel, ih- rem Auftrag als Mittler von Wissen im 21. Jahrhundert nachzukommen. Doch wie steht es um die rechtliche Absicherung derartiger Vorhaben? Be- trachtet man hierzu die vorangegangenen Ausführungen, so zeigt sich, dass die rechtlichen Probleme einer retrospektiven Digitalisierung einer Printpublikation mindestens genauso vielschichtig sind wie die zu digitalisierenden Inhalte: I. Urheberrechtliche Zulässigkeit So handelt es sich bei der Nutzung eines retrodigitalisierten...

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