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Aktuelle Forschungsthemen der Sprechwissenschaft 3

Phonetik, Rhetorik, Sprechkunst, Sprach- und Stimmstörungen

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Edited By Lutz Christian Anders, Ines Bose, Ursula Hirschfeld and Baldur Neuber

Die in diesem Band publizierten Beiträge stammen ausnahmslos von jungen Sprechwissenschaftlerinnen und Sprechwissenschaftlern, die als Absolventen des Seminars für Sprechwissenschaft und Phonetik der Universität Halle-Wittenberg Beiträge für die Bereiche Phonetik, Rhetorik sowie Sprach-, Sprech- und Stimmstörungen vorgelegt haben. Die Themenpalette reicht von artikulatorisch-phonetischen Detailuntersuchungen über Fragen der Aussprachekodifizierung bis hin zum Rap, von antiken medizinischen Quellen zur Stimmgesundheit und über rhetorische Themen wie «Obama als orator perfectus» bis zu Sir Peter Ustinov. Auch fach- und gebietsübergreifende Arbeiten sind unter den Beiträgen, beispielsweise zur Arzt-Patienten-Kommunikation, zu argumentativen Strukturen im Kabarett und zu Äußerungsparametern bei Patienten mit neurologischen Läsionen.

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Anja Klossek: Obama als orator perfectus? – Ergebnisse einer Analyse

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39 Obama als orator perfectus? – Ergebnisse einer Analyse Anja Klossek, Berlin Am 4. November 2008 findet in den USA ein politischer Wettkampf sein Ende, dessen Außerordentlichkeit – obgleich von multidimensionalem Charakter – sich in erster Linie in der charismatischen Erscheinung des demokratischen Kandidaten Barack Obama manifestiert. Dessen Wahl in das höchste politische Amt der USA bildet den Kulminationspunkt eines – selbst für die stark personalisierte politische Kultur Amerikas – bemerkenswert extensiven Perso- nenkultes, der mit einer medial gefeierten Rede (Keynote Speech) Obamas auf dem Parteitag der Demokraten 2004 seinen Anfang nimmt. Mit dieser ungewöhnlich persönlichen, stark affektiven und sinnstiftenden Grundsatzrede katalysiert er eine weitgreifende Faszination für seine Person und erlangt umgehend Geltung auf der nationalen politischen Bühne. „The words he picked made him an overnight celebrity and a political sensation“ (Mieder 2009, 35). Kommentatoren und Beobachter – offenkundig angetan von Auftritt, Eloquenz und versöhnlichem Tenor Obamas – deklarieren ihn als hoffnungsvolles Nach- wuchstalent der Demokratischen Partei, als „great orator“ (ebd., 125), der sich mit diesem „Meisterwerk der Rhetorik“ (Leanne 2009, 34) bereits als poten- tieller Präsidentschaftskandidat empfiehlt (vgl. Pedersen 2009, 4; Günther 2007, 142). Er gilt als Unikat, Mysterium sowie als Polit- und Kulturphänomen, dem die Aura des Messianischen, gleichsam Visionären inhärent ist. Owen spricht gar von Verzauberung; einem „Gefangensein“ der Öffentlichkeit: „People were cap- tivated by Barack Obama's candidacy“ (Owen 2010, 180). Obgleich dem rhetorischen Geschick des „erfolgreichste[n; A. K.] Kommunika- tors der Gegenwart“ (Trankovits 2010, 9) für sein Re...

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