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Der historische Roman

Erkundung einer populären Gattung

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Edited By Hans-Edwin Friedrich

Der historische Roman zählt zu den Erfolgsgattungen der letzten 20 Jahre, doch erst jetzt beginnt die Literaturwissenschaft, sich intensiv mit dieser Entwicklung auseinanderzusetzen. Der Sammelband widmet erfolgreichen Leseklassikern des Genres ausführliche Fallstudien. Er geht der Rehabilitierung des Geschichtsromans in der Postmoderne nach und beschäftigt sich besonders mit den parahistorischen und metafiktionalen Romanformen, die das Verhältnis von factum und fictum verhandeln und fachliche Trends der Geschichtswissenschaft aufgreifen. Der Band bietet darüber hinaus detaillierte Untersuchungen zu aktuellen Bestsellern und deren Tendenz, sich vom traditionellen Modell der nationalen Erfolgsgeschichte ab- und der «Abweichlergeschichte» zuzuwenden. Den Abschluss bildet eine Primärbibliographie des historischen Romans seit 1985.

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Albert Meier: Noah Gordon: "The Physician / Der Medicus"

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Noah Gordon: The Physician / Der Medicus Albert Meier Ist man in den späten 1990er Jahren durch einen ICE gegangen, dann hat man in jedem Wagen mindestens einen Leser mit einem auffällig dicken Taschenbuch in den Händen sehen können: Der Medicus des 1926 in Worcester/Mass. gebo- renen Noah Gordon. Mittlerweile ist dieser Roman in der Öffentlichkeit kaum mehr präsent, doch zeigt sich an seinen vielfältigen Nachfolgern bzw. Nachah- mern nach wie vor, wie stil- bzw. geradezu genrebildend dieses Buch gewesen ist: Historische Romane spielen seitdem bevorzugt im Mittelalter (was immer das heißen mag) und stellen in der Regel einen Außenseiter (neuerdings gern weiblichen Geschlechts) ins Zentrum, dessen heldenhafte Lebensgeschichte sich vor dem pittoresken Hintergrund eines fernen Jahrhunderts, vielleicht auch fer- ner Länder und Kulturen abspielt. Die Auflage beider deutschen Fassungen (1987 bzw. 1996 erschienen)1 be- läuft sich auf über sechs Millionen,2 und in Spanien verhält es sich kaum anders. In den USA hingegen hat sich das Interesse an diesem Buch lange in sehr be- scheidenen Bahnen bewegt, und erst auf dem Umweg über die deutsche und spanische Rezeption ist tatsächlich so etwas wie ein weltweiter Beststeller dar- aus geworden, dessen Verfilmung längst ansteht. Wie sich die Bevorzugung durch Deutsche und Spanier erklären mag, muss dahingestellt bleiben. Der Au- tor selbst fühlt sich einem deutschen Verlagsmann zu besonderem Dank ver- pflichtet: Karl H. Blessing (1941-2005) hat The Physician 1986, also kurz nach dem Erscheinen...

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