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Concepts of a Culturally Guided Philosophy of Science

Contributions from Philosophy, Medicine and Science of Psychotherapy

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Edited By Fengli Lan, Friedrich G. Wallner and Andreas Schulz

From the beginning, Constructive Realism has been a culturally orientated philosophy of science by the introduction of the concept of lifeworld. This book brings together contributions from the field of philosophy, Chinese medicine and the science of psychotherapy. The authors discuss the relation of Constructive Realism and culture or rather the concept of science under the aspect of cultural dependency. Since the beginning of the new century the manifold research on Chinese Medicine offered concrete examples for a cultural dependency of science. Thereby, the book shows the rare or even unique situation that philosophy became concrete.

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Michael Franck: Verfremdung der Verfremdung. Die Verfremdung Brechts und des Konstruktiven Realismus im Vergleich

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181 Michael Franck Verfremdung der Verfremdung Die Verfremdung Brechts und des Konstruktiven Realismus im Vergleich Das Wort „Verfremdung“ tauchte, laut Grimms Wörterbuch, erstmals in Bert- hold Auerbachs Roman „Neues Leben“ im Jahre 1842 auf. Dort noch in der Be- deutung eines aufkeimenden Gefühles der Fremdheit. Die Eltern, welche des Französischen nicht mächtig waren, fühlten sich in Auerbachs Roman von ihren französisch sprechenden Kindern „verfremdet“. Brecht verwendete das Wort erstmals 1936 in „Zu die Rundköpfe und die Spitzköpfe. Beschreibung der Kopenhagener Uraufführung“1. Bestimmte Vorgänge sollten – durch Inschriften, Geräusch- oder Musikkulissen und die Spielweise der Schauspieler – als in sich geschlossene Szenen aus dem Bezirk des Alltäglichen, Selbstverständlichen, Erwarteten gehoben (verfremdet) werden.2 Das Konzept bestand bereits vorher, wurde da aber als Entfremdung bezeichnet: Erstmals 1930 in „Aufzeichnungen zur großen und kleinen Pädagogik“3. Dieses Wort hat nichts mit dem Begriff der Entfremdung bei Marx, Hegel oder Locke zu tun. Es geht nicht darum, sich oder etwas zu veräußern. Die Verfremdung bezeichnet ein Werkzeug von Theatermachern und nichts, was mit praktischer Philosophie zu tun hätte. Brecht verwendete auch den Begriff Entfremdung im Marx’schen Sinne erst, als das Wort „Verfremdung“ bereits geprägt war. Sinn dieses „Wortwechsels“ war vermutlich, keine Verwechslungen zwischen den beiden Konzepten aufkommen zu lassen. Später im 20. Jahrhundert kam noch eine weitere Verfremdung in der Philo- sophie auf, nachdem das Wort bereits in die Musikwissenschaften und die Theo- logie Einzug gehalten...

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