Show Less

Das Gendiagnostikgesetz – Rechtsfragen der Humangenetik

Series:

Edited By Bernd-Rüdiger Kern

Das Gendiagnostikgesetz – Rechtsfragen der Humangenetik umfasst die während der gleichnamigen Tagung am 15. Oktober 2011 in Leipzig gehaltenen (rechts-)wissenschaftlichen Vorträge, ergänzt um eine Stellungnahme aus medizinischer Sicht. Die einzelnen Beiträge betrachten verschiedene Aspekte des Gendiagnostikgesetzes und setzen sich kritisch mit dem Gesetz auseinander. Behandelt werden genetische Untersuchungen zu medizinischen Zwecken, zur Feststellung der Abstammung, im Privatversicherungsbereich sowie im Arbeitsleben. Dabei geht es auch um die Frage, inwieweit es gelungen ist, das Recht der (gen-)informationellen Selbstbestimmung zu wahren und genetischer Diskriminierung entgegenzuwirken, ohne die Möglichkeiten, die genetische Untersuchungen bieten können, gänzlich auszuschließen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Ulrike Reuner: Gendiagnostik-Gesetz (GenDG) - Überlegungen aus dem klinischen Alltag

Extract

Gendiagnostik-Gesetz (GenDG) - Überlegungen aus dem klinischen Alltag Ulrike Reuner, Dresden Genetische Beratungen und Untersuchungen sind seit Jahren in allen kli- nisch-medizinischen Disziplinen häufig unverzichtbar und gehören demzu- folge zur ärztlichen Routine. Für viele Patienten/Ratsuchende ergibt sich erst dadurch die Chance einer klaren diagnostischen Zuordnung und damit auch die Möglichkeit einer gezielten Beratung hinsichtlich Behandlungs- strategie, Prognose, Wiederholungsrisiko und Lebensplanung im weitesten Sinne. Regelungen zur genetischen Diagnostik1 gab es in Deutschland auch vor Inkrafttreten des Gendiagnostikgesetzes (GenDG) und obgleich diese keine Gesetzeskraft hatten, waren sie doch berufsrechtlich bindend. Die Ziele des Gesetzgebers, einerseits die Voraussetzungen für die ge- netischen Untersuchungen, Analysen sowie für die Verwendung geneti- scher Proben und Daten umfassend zu regeln und andererseits die Benach- teiligung von Personen aufgrund genetischer Eigenschaften zu verhindern und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung zu wahren, sind grundsätzlich zu begrüßen und zu unterstützen. Dennoch ergeben sich insbesondere aus der Sicht des Facharztes, der, ohne Humangenetiker zu sein, regelmäßig mit Fragen der genetischen Be- ratung und Diagnostik befasst ist, Zweifel an der „Alltagstauglichkeit“ des Gesetzes. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien nachfolgend einige Aspekte zur Diskussion gestellt. Schon aus der Definition des Anwendungsbereiches (§ 2 GenDG) er- geben sich praktisch-relevante Probleme. Aus neonatologisch/pädiatrischer Sicht ist es wünschenswert, den Anwendungsbereich des Gesetzes zu er- weitern und genetische Untersuchungen und Analysen an bzw. von Föten nach Fehlgeburten, Totgeburten und verstorbenen Früh- und Neugebore- nen einzubeziehen. In der Praxis ist es nicht selten, dass...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.