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Das iranische Familienrecht unter der besonderen Berücksichtigung der Rechte von Frauen und Kindern

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Marjam Waladan

Das Werk befasst sich mit dem geschlechtsspezifischen iranischen Familienrecht. Ob bei der Eheschließung, den Ehewirkungen, der Scheidung oder den Scheidungsfolgen, stets spielt das Geschlecht der Beteiligten eine entscheidende Rolle, da eine Fülle der iranischen Rechtsvorschriften geschlechtsspezifisch formuliert ist. Die Kenntnis dieser iranischen Rechtsvorschriften für den deutschen Rechtsanwender – ob nun Richter oder Rechtsanwalt – ist angesichts der Anzahl der iranischen Staatsangehörigen in Deutschland von besonderer Relevanz, da die Gerichte im Falle eines Auslandsbezuges stets die Anwendung ausländischer Rechtsvorschriften prüfen müssen.

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S. Anwendung des iranischen Familienrechts vor deutschen Gerichten

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In den letzten Jahren kam es immer häufiger zu einer Anwendung des iranischen Familienrechts vor deutschen Gerichten. Der Grund hierfür dürfte insbesondere in der Anzahl der in Deutschland lebenden iranischen Staatsangehörigen, die, wie oben bereits erwähnt, im Jahre 2010 bei 51.885658 lag, zu sehen sein. In vielen Fällen ist es so, dass die Ehegatten bereits im Iran die Ehe miteinander geschlossen und danach gemeinsam die Entscheidung getroffen haben, ihren Le- bensmittelpunkt nach Deutschland zu verlegen. Es ist aber auch keine Seltenheit, dass in Deutschland lebende Iraner oder eingebürgerte iranisch-stämmige Peronen, Ehegatten – in der Regel iranische Frauen – aus dem Heimatland heiraten und die Ehe dann in Deutschland führen. Kommt es dann zur Trennung bzw. Scheidung der Ehegatten und haben die Beteiligten auch gemeinsame Kinder, so ist dies ein klassischer Fall für eine Prüfung der Anwendbarkeit iranischer Normen durch die deutschen Gerichte. In diesem Zusammenhang ist dann häufig auch eine Doppelstaatigkeit der Beteiligten zu prüfen und gegebenenfalls zu berücksichtigen. Denn das Merkmal der Doppelstaatigkeit kommt bei den Iranern, die im Zuge der Einbürgerungs- wellen der letzten Jahre eingebürgert worden sind, nicht selten vor. Dies begrün- det sich damit, dass der Iran, wie regelmäßig praktiziert, einbürgerungswillige Staatsangehörige nicht aus der iranischen Staatsangehörigkeit entlässt. Auf diese Weise erklärt sich in den meisten Fällen die Doppelstaatigkeit der meisten Iraner. Die Entscheidung darüber, ob jemand eine bestimmte Staatsangehörigkeit ha- ben...

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