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Das Strafrecht des klassischen islamischen Rechts

Mit einem Vergleich zwischen der islamischen und der modernen deutschen Strafrechtslehre

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Ali Türkmenoglu

Die Philosophie ist eine Frucht des Menschen und der Menschheit. Es wäre ideal und eine Bereicherung, wenn man die Ergebnisse des Denkens der verschiedenen Seiten miteinander vergleichen würde, um nützliche Erkenntnisse zu gewinnen. Dieses Buch befasst sich anhand der klassischen Fiqh-Literatur der bedeutendsten Rechtsschulen mit dem islamischen Strafrecht. Das Verständnis der Scharia wird differenziert dargestellt und erläutert. Ein wichtiger Irrtum besteht in der häufigen Ansicht, dass es sich bei der Scharia um einen unveränderbaren einheitlichen Corpus des islamischen Rechts handelt. Aufgezeigt werden zahlreiche im Westen vorhandene Missverständnisse und die Vermittlung eines klareren Bildes des islamischen Rechts. Herausgestellt werden soll die präventive Erziehung der islamischen Strafrechtsphilosophie. Der Vergleich des islamischen mit dem deutschen Strafrecht weist zahlreiche Parallelen auf, die sich hauptsächlich auf ihre Grundlagen beziehen.

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G. BEGRIFFSERKLÄRUNGEN

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cÄqila: ein Haftungsverband aus den nächsten Verwandten väterlicherseits. Ars: Entschädigungsgeld. Diya: Blut- bzw. Wehrgeld. Fiqh: islamische Rechtsauffassung, bzw. das W issen von dem was nützlich und dem was schädlich ist. Gair muhsan: ein unverheirateter Muslim. Ḥ add (pl. Ḥ udad): wörtlich: Grenze. Eine vorgeschriebene Strafe im islamischen Strafrecht für ein bestimmtes Verbrechen, damit der Täter von verbotenen Handlungen abgeschreckt wird. Ḥ a d i t: Aussage des Propheten Muhammad. Es gibt verschiedene Arte von Ḥaditen: authentisch, nicht authentisch (richtig, gut, schwach). Ḥ alal: erlaubt. Ḥ aqq Allah: Recht Gottes, oft gleichbedeutend m it dem Gemeinwohl oder öffentlichen Recht Ḥ aqq al-adami: Recht des M enschen bzw. privates Recht. Ḥ aram:: verboten. Ḥ iraba: Wegelagerei, Straßenraub, Kriegesführung gegen die Gemeinschaft. Ḥ ukam at cadl: Schadenersatzgeld Ihsan: wörtlich: Schutz. Ein legaler Status, der dadurch besteht, dass ein M uslim gesetzlich verheiratet ist. Igm a : allgemeiner Konsens der muslim ischen Rechtsgelehrten. Igtihad: wörtlich: „Bemühung“ . Geistige Anstrengungen, d.h. eigenständiges Nachdenken eines muslim ischen Gelehrten zur Lösung eines Problems, au f der Grundlage des Islam. Im am oder Sultan: Herrscher ggf. auch Richter. Irtidad: Apostasie, selbstverantworteter Abfall vom Glauben, richtiger gesagt: Auflehnung gegen die geltende Ordnung. 223 224 K a ffāra: Sühnegeld. M adhab (pl. M adähib): Rechtsschule. L fä n : Verfluchung, falls ein Ehepartner den anderen w egen Unzucht verleumdet und keine vier Zeugen hat, soll er viermal beteuern, dass sein Zeugnis wahrhaftig ist, zum fünften Mal wird Gottes Fluch über ihn kommen,...

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