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Medien und Demokratie – was der Journalismus heute leistet

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Edited By Demokratie-Stiftung der

Die Demokratie-Stiftung der Universität zu Köln hat im Sommer 2011 in Kooperation mit der Deutschen Welle in Bonn ein wissenschaftliches Symposium zum Thema «Medien und Demokratie» veranstaltet. Namhafte Medienwissenschaftler, Juristen wie Sozialwissenschaftler, Journalisten wie Öffentlichkeitsarbeiter, analysierten differenziert: Was erwarten Rechtsprechung und Gesetzgeber von den Medien? Inwieweit werden diese Erwartungen gegenwärtig erfüllt? Was gilt dabei für die Presse und was für den Rundfunk? Wie groß ist jeweils der Einfluss der Öffentlichkeitsarbeit? Und wie erfüllt der Deutsche Presserat als Organ der freiwilligen Selbstkontrolle der Presse seine Aufgaben in diesem Prozess? Der Tagungsband bündelt die Referate zu diesen Fragen.

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Die Rolle des Fernsehens in der politischen Diskussion. Univ.-Prof. Dr. Hans Mathias Kepplinger

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� � Die Rolle des Fernsehens in der politischen Diskussion Univ.-Prof. Dr. Hans Mathias Kepplinger Johannes Gutenberg-Universität Mainz Einleitung Traditionell haben wir folgende demokratietheoretische Vorstellung, deren Quellen im 18. und 19 Jahrhundert liegen und durch Studien aus den 50er und 60er Jahren bestärkt wurden. Beispiele dafür sind DA- NIEL LERNERS „The Passing of Traditional Society“24 und SEYMOUR MARTIN LIPSETS „Political Man“25. Ihre Grundgedanken sind: Wenn die Bildung, die Zahl der Medien und die Angebotsvielfalt steigen, dann verbessert sich der Informationsstand der Bevölkerung, vergrö- ßert sich das politische Interesse und nimmt die politische Beteiligung zu. Die gleichen Annahmen finden sich implizit in der kommunikati- onspolitisch relevanten Argumentation des BVerfG. Dummerweise bestätigen die Fakten diese Annahmen nicht.26 Es gibt keinerlei Bele- ge dafür, dass in den Ländern mit freier Presse, z.B. in den USA oder der Bundesrepublik Deutschland, im Laufe der Jahrzehnte der politi- sche Kenntnisstand der Bevölkerung nennenswert gestiegen ist. Auch �������������������������������������������������������� 24 DANIEL LERNER ([1958] 1963). The Passing of Traditional Society. Mo- dernizing the Middle East. Glencoe: The Free Press. 25 SEYMOUR MARTIN LIPSET (1960): Political Man: The Social Basis of Poli- tics. London: Heinemann, 2. Auflage 1983 26 Vgl. HANS MATHIAS KEPPLINGER (2010): Empirische Grundlagen von Theorien der politischen Kommunikation. In: CARSTEN REINEMANN / RUDOLF STÖBER (Hrsg.): Wer die Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft. Festschrift für JÜRGEN WILKE. Köln, S. 79-103. Hans Mathias Kepplinger 46 die politische Beteiligung ist nicht gestiegen, sondern hat abgenom- men. Dies trifft...

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