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Macht und Ohnmacht einer Zentralregierung

Die Bourbonen und das Problem des Banditenwesens im Königreich Neapel des 18. Jahrhunderts

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Ronald Richter

Ein seit Jahrhunderten bestehendes, bis heute aktuelles Problem Süditaliens ist die organisierte Bandenkriminalität. Ronald Richter befasst sich mit dem bisher nur wenig erforschten Banditenwesen im Königreich Neapel des 18. Jahrhunderts. Er konzentriert sich auf die Zeit zwischen der erneuten Machtübernahme der spanischen Bourbonen 1734 und der erstmaligen Flucht der königlichen Familie Ende 1798 nach Sizilien. Ihn beschäftigt die Frage, wie die Zentralregierung in Neapel und die ihr in den Provinzen unterstehenden Instanzen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Machtmitteln versuchten, ihren Herrschaftsraum unter Kontrolle zu halten und das Banditenunwesen einzudämmen – und warum sie an dieser Aufgabe scheiterten.

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II. Das Banditenwesen im Königreich Neapel der frühen Bourbonenzeit (1734–1799)

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1. Zu den grundlegenden Tendenzen, Entwicklungen und Problemen im Bereich der Bekämpfung der Bandenkriminalität sowie des Zustandes der öffentlichen Ordnung und Sicherheit in den Provinzen des Königreiches Neapel in der frühen Bourbonenzeit 1.1 Allgemeine Anmerkungen Dargelegt werden im Folgenden die grundlegenden Tendenzen, Entwicklungen und Probleme bei der Bekämpfung der Bandenkriminalität sowie des Zustan- des der öffentlichen Ordnung und Sicherheit in den Provinzen des Königreiches Neapel der frühen Bourbonenzeit bis kurz vor der Flucht der königlichen Familie im Dezember 1798. Darüber hinaus werden die Auswirkungen der aufgezeigten Entwicklungslinien und Probleme sowie der in diesem Zeitraum zusätzlich auf- getretenen besonderen Ereignisse, d. h. der kriegerischen Auseinandersetzungen des Jahres 1744, der großen Karestie des Jahres 1764 und der Erdbebenkatastro- phe des Jahres 1783, auf die Entwicklung der Bandenkriminalität in den Provin- zen vertiefter behandelt. Besonders berücksichtigt wird dabei Quellenmaterial, das sowohl aus den umfangreichen Beständen der Real Camera di Santa Chiara, der Segreteria di Stato di Grazia e Giustizia, des Ministero degli Affari Esteri, der Segreteria di Stato di Casa Reale im Staatsarchiv von Neapel als auch aus den nunmehr nur noch sehr lückenhaften Beständen einiger Regie Udienze als wich- tigste bürokratisch-administrative Institutionen des Bourbonenregimes in den Provinzen stammt, sowie weiteres zeitgenössisches Schriftgut, zu welchem Brie- fe, aber auch Werke der neapolitanischen Reformpublizistik des 18. Jahrhunderts zählen. Die in den beiden Unterkapiteln zu den diesbezüglichen Entwicklungen in der Zeit Karls von Bourbon...

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