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Ethik in der Psychiatrie und Psychotherapie

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Edited By Florian Steger, Jan C. Joerden and Andrzej M. Kaniowski

Die Beiträge im vorliegenden Buch wurden auf der Tagung Ethik in der Psychiatrie und Psychotherapie vorgestellt und eröffnen neue Perspektiven in der Diskussion um diese beiden Bereiche medizinischer Praxis, die in ganz besonderer Weise zentrale ethische Fragen aufwerfen. Dies liegt einerseits an der Komplexität und Varianz psychischer Störungen. Andererseits stellt die Vulnerabilität psychisch erkrankter Patienten eine besondere ethische Herausforderung für die Bereiche Psychiatrie und Psychotherapie dar. Die sich daraus ergebenden ethischen Fragen bildeten den Hintergrund der Tagung. Ergänzt werden die Texte durch zwei ins Deutsche übersetzte Beiträge des polnischen Psychiaters Antoni Kępiński (1918–1972).

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Restriktion oder Harm Reduction? Ethische Aspekte der aktuellen Rechtsprechung in der Substitutionsbehandlung (Annemarie Heberlein)

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Restriktion oder Harm Reduction? Ethische Aspekte der aktuellen Rechtsprechung in der Substitutionsbehandlung1 Annemarie Heberlein Zusammenfassung Obwohl die Substitutionsbehandlung nachweislich den Gesundheitszustand opi- atabhängiger Patienten verbessern und die Beschaffungskriminalität reduzieren kann, bestehen enge gesetzliche Regelungen, die die Therapiefreiheit der behan- delnden Ärzte stark begrenzen: So werden durch das Betäubungsmittelgesetz und die zugehörigen Verordnungen nicht nur das Behandlungsziel (Abstinenz) sondern auch notwendige Therapiebausteine definiert, die darauf ausgerichtet sind, die Therapietreue des Patienten zu kontrollieren. Deutsche Ärzte, welche die strengen Auflagen nicht strikt befolgten, wurden in der Vergangenheit wiederholt zu Gefängnisstrafen verurteilt. Der Artikel illustriert die unterschiedlichen Argu- mentationsebenen der Ärzteschaft und des Gesetzgebers und diskutiert hiervon ausgehend, inwiefern die bestehende Gesetzeslage und ihre praktische Auslegung in der Rechtsprechung intendierte Schutzverpflichtungen gegenüber betroffenen Patienten und der Allgemeinheit erreicht. Abstract Although maintenance therapy is known to increase the health status and to simultaneously decrease criminal behaviour of opiate dependent patients, the German legal practice interferes with this therapy by ordaining not only the the- rapeutic goal (abstinence) but also therapeutic procedures that aim to control patients’ therapeutic compliance. German doctors who did not strictly adhere to these regulations were frequently jailed. As the article shows, the actual regulati- ons mislead in reaching goals like the protection of the community regarding the illegal “marketing” of opioids and simultaneously impact the doctor-patient-rela- tionship of maintained patients by facilitating control instead of motivation and confidence. Reaching the goal of protecting the public from illegal and potential 1 Dieser Artikel wurde erstmalig...

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