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«Bande dessinée» als Experiment

Dekonstruktion als Kompositionsprinzip bei Marc-Antoine Mathieu

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Kathrin Hahne

Die Autorin beschäftigt sich mit der Frage, wie Mathieus experimentelle Bandes dessinées den von Derrida inspirierten Diskurs zum Thema Dekonstruktion aufgreifen, illustrieren und dabei in einer ästhetisch höchst ansprechenden, kreativen Weise verarbeiten. Der Fokus liegt auf der bei Delcourt veröffentlichten Serie Julius Corentin Acquefacques, prisonnier des rêves, die im besonderen Maß ein Ausdruck des spielerisch-experimentellen Umgangs des Autors mit Themen, Traditionen und Normen der Bande dessinée ist. Anhand ihrer Komplexität und sinnaufschiebenden Dynamik zeigt die Autorin, inwiefern Sinn in den Alben Mathieus unaufhörlich akkumuliert und diffundiert.

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2 Experimentelle Bande Dessinée

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2.1 Experiment und Spiel Wenn Kunst generaliter – oder deren Produktionsbedingung – das Attribut „ex- perimentell“ zugeschrieben wird, dann lässt sich dieses im allgemeinen Sprachge- brauch in vielen Fällen durch das Attribut „spielerisch“ ersetzen: Ein Autor wählt eine experimentelle / spielerische Herangehensweise an ein Thema� Ein Künstler setzt Formen, Farben und Materialien in einer experimentellen / spielerischen Art und Weise ein� Aber sind diese Begriffe tatsächlich bedeutungsgleich oder zu- mindest bedeutungsähnlich, wie die oben genannten Beispiele vermuten lassen? Die Beantwortung dieser Frage wird dadurch erschwert, dass sich beide durch eine semantische Komplexität auszeichnen, die historisch und durch ihre jeweili- ge Verwendung in unterschiedlichen Kontexten erklärbar ist� Im Folgenden wird der Disparatheit der Termini nachgegangen, um jeweils zu prüfen, inwiefern sie sich auf Literatur im Allgemeinen und die Bandes dessinées Mathieus im Spezi- ellen applizieren lassen� Dazu werden zunächst für diese Untersuchung relevan- te Aspekte des Begriffs „Experiment“ herausgearbeitet, um diese anschließend auf die Arbeiten Mathieus zu übertragen� Ein analoges Vorgehen erfolgt anhand einer Auswahl von heterogenen Auffassungen zum Wesen des Begriffs „Spiel“, von dem Wittgenstein zu Recht sagt, es sei „ein Begriff mit verschwommenen Rändern“83� Diese Auswahl, die genutzt wird, um Aspekte des Spiels auf die Ban- des dessinées Mathieus zu übertragen, setzt ein mit dem Deutschen Idealismus, da nachfolgende Theorien sich besonders auf die in diesem Zeitraum entwickelten Vorstellungen beziehen und endet bei postmodernen Lesarten des Spiels� Ab- schließend wird dargelegt, warum im Kontext...

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