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Die Balkankrise von 1875 bis 1878 im Spiegel osmanischer und westlicher Karikaturen

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Elif Elmas

Dieses Buch gibt anhand von graphischen Bildsatiren einen Einblick in die satirische Bearbeitung der Balkankrise von 1875–1878. Ab den 1870er Jahren erschienen erstmals karikaturistische Satirezeitschriften in osmanischem Türkisch. Die Autorin widmet sich den satirischen Publikationen des wichtigsten Protagonisten dieser Jahre: Teodor Kasap, dem die Synthese des westlichen Konzepts einer Satirezeitschrift mit einer der populärsten Formen osmanischer Satire, dem Schattentheater Karagöz, gelang. Die Herausgeber von Satirezeitschriften hatten die Absicht, nicht nur zur Unterhaltung ihres Publikums beizutragen, sondern auch zur (politischen) Meinungsbildung. Verleger wie Teodor Kasap oder Mehmed Tevfik wussten um die Macht ihrer Blätter und nutzten sie als Medium zur Verbreitung eigener Gedanken, Ideale und Ansichten. Exemplarisch untersucht die Autorin unter anderem die Satirezeitschrift Hayal.

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7. Karikaturen als Medium des internationalen Transfers von politischen Symbolen – dargestellt am Sinnbild des „russischen Bären“

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351 7. Karikaturen als Medium des internationalen Transfers von politischen Symbolen – dargestellt am Sinnbild des „russischen Bären“ Seit dem frühen 18. Jahrhundert fanden druckgraphische Produkte oft Abnehmer weit außerhalb der Grenzen ihrer Entstehungsorte. Ähnlich verhielt es sich mit Karikaturen, die gleichsam kulturelle Schranken und Sprachbarrieren überwan- den.1079 Gemäß Coupe wurden Bildsatiren „ballenweise“ aus England importiert und fanden in Deutschland regen Absatz.1080 Die Genese von Satirezeitschrif- ten ab 1832 verhalf ihrer Verbreitung beträchtlich.1081 Diese Zeitschriften zirkulierten sowohl im inner- als auch im außereuropäischen Raum.1082 Dem- entsprechend fanden politische Bilder, transportiert durch Satirezeitschriften, internationale Verbreitung. Oft dienten diese als Vorlage für Reproduktionen. Durch ihre Arbeit trugen dementsprechend die Karikaturisten erheblich zum in- ternationalen Transfer von politischen Bildern, Allegorien oder Symbolen bei, 1079 Rolf Reichardt, “Interkulturelle Wechselbeziehungen der historischen Bildpublizis- tik als Forschungsaufgabe”, in: Kaenel, Interkulturelle Kommunikation, S. 3–16. Reichardt spricht von einer systematischen Produktion und Distribution von Druck- graphiken, die international gehandelt wurden. Ibidem, S. 6f. Im frühen 18. Jahrhun- dert dienten zum Beispiel niederländische Bildsatiren als Vorbilder für französische Künstler. Ab den 1790er Jahren wiederum dienten französische Produktionen als Vorlagen für Arbeiten Londoner Stecher. Ibidem, S. 14. 1080 William A. Coupe, “Die deutsche Napoleonkarikatur und das Ausland”, in: Kaenel, Interkulturelle Kommunikation, S. 479–496, S. 480. 1081 Punch war wohl eine der international einflussreichsten und bekanntesten Satirezeit- schriften des 19. Jahrhunderts. So war dieses Blatt nicht nur Vorbild für Publizisten von Periodika mit satirischem Inhalt...

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