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Die Eickstedt-Sammlung aus Südindien

Differenzierte Wahrnehmungen kolonialer Fotografien und Objekte

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Katja Müller

Das Buch nimmt die Eickstedt-Sammlung aus Südindien zum Ausgangspunkt und verbindet ethnologische Forschung im Museum mit postkolonialer Kritik an der Aneignung von Objekten und Fotografien. Dabei vermittelt die Sammlung als ethnohistorische Quellen ein Bild der Gesellschaft Südindiens in den 1920er-Jahren. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach «anderen» Wahrnehmungen: Wer stand mit welcher Intension hinter der Kamera? Und wie interpretiert man die Fotografien und Objekte im heutigen Südindien? Katja Müller stellt verschiedene Narrative aus Indien und Deutschland nebeneinander und macht damit deutlich, welche theoretischen Zusammenhänge und praktischen Machtstrukturen zwischen Objekten, Fotografien und menschlichen Akteuren damals wie heute bestehen.
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4. Objektanalyse

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Finally, objects are seen as one of several ways of narrating the past. (Pearce 2012: 21)

Von den rund 2000 Objekten, die Eickstedt aus Südasien an das Leipziger Museum sandte, werden im Folgenden knapp hundert herausgelöst und ethnohistorisch betrachtet. Das heißt, es wird eine Analyse vorgenommen, die von den Objekten ausgehend eine Interpretation einzelner Elemente des Entstehungskontextes vornimmt. Diese Analyse ist somit von zwei Agenten abhängig: Zum einen von den Objekten63 mit ihrer Fähigkeit, auf bestimmte Umstände oder Kontexte hinzuweisen. Zum anderen sind die Assoziationen von mir als interpretierende Person abhängig. Insofern ist die Analyse selektiv und subjektiv. Sie bemüht sich aber um intersubjektive Nachvollziehbarkeit und zieht neben den Objekten weitere, vor allem schriftliche Quellen heran. Dementsprechend stellt die Objektanalyse keine „stumpfsinnige“ Auflistung der Objekte dar, die sich auf deren primäre Eigenschaften beschränkt, sondern es wird im Folgenden eine Narrative vorgestellt, die sich als eine Variante bei der Betrachtung und Interpretation der Objekte ergibt.

Die Untersuchung beschränkt sich auf einen Teil der aus Südindien stammenden Objekte. Es werden ausschließlich diejenigen Objekte einbezogen, die sich auf die Gemeinschaft der Tiyya beziehen, welche in Nordmalabar beheimatet ist. Diese Klassifizierung der Objekte geht auf die museale Beschriftung zurück, welche im Objektkatalog zu jeder Objektnummer unter anderem das „Volk“ und die „Oertlichkeit“ vermerkt hat. Insgesamt 107 Objekte der Eickstedt-Sammlung enthalten unter dem Schlagwort „Volk“ die Zuordnung zu den „Tiyen“ (Objekt-Nummer SAs 11553 – SAs 11659). Von diesen...

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