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Albrecht Fabri – Frühe Schriften

Essays und Rezensionen aus der Zeit des Dritten Reichs

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Edited By Jürgen Egyptien

Albrecht Fabri (1911–1998) zählt zu den brillantesten Essayisten der Nachkriegszeit. Mit seinem radikalen Ästhetizismus provozierte er alle, die in Kunst oder Literatur ein Medium zur Unterhaltung oder zum gesellschaftlichen Engagement erblickten. Fast unbekannt sind bis heute seine frühen Essays und Rezensionen, die zwischen 1933 und 1940 im Dritten Reich erschienen. Sie zeigen neue Facetten seines Schreibens und lassen auf spannende Weise verfolgen, wie sich Fabris individueller Stil und wesentliche Motive seines ästhetischen Denkens herausbildeten. Eine Personalbibliographie sowie eine umfassende Einführung in Leben und Werk des Essayisten umrahmen die Textedition.
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Notiz über Richard Billinger

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Wenn man heute über Richard Billinger sprechen will, so sieht man sich zunächst einmal in die Verlegenheit gesetzt, mit umständlicher Breite dartun zu müssen, welchen Billinger man denn eigentlich meine: denjenigen, der die ersten unter diesem Namen bekannt gewordenen Gedichte und vielleicht noch die Rauhnacht und das Perchtenspiel schrieb, oder denjenigen, der für die Bücher der beiden letzten Jahre, insbesondere für die umfangreichen Erzählungen Das Schutzengelhaus (S. Fischer, Berlin) und Lehen aus Gottes Hand (Keil Verlag, Berlin) als Verfasser zeichnet. Um nämlich bereits hier vorwegzunehmen, was eigentlich erst aus dem weiteren Verlauf dieser Zeilen zu erhellen bestimmt ist: Billinger hat sich mit den beiden eben genannten Büchern auf ein Experiment eingelassen, das man um so weniger gutheißen wird, als es einmal die gerade einem epischen Vorwurf gegenüber deutlich in Erscheinung tretenden Grenzen des billingerschen Naturells zu Bewusstsein bringt, ein andermal aber sich ebenso deutlich mit dem Titel Roman überschreibt und also schon rein formal einen Anspruch erhebt, auf den es auch nicht mit einem einzigen seiner vielen Kapitel ein wirkliches Recht geltend machen kann. Denn von Haus aus und wie es anders ja dem Sprachvermögen dieses Dichters geradenwegs zuwiderlaufen müsste, sind auch diese beiden Bücher derart eindeutig als rein lyrisch zu verstehende Idyllen angelegt, dass über die ihren Sujets gemäßen Mittel kaum ein Zweifel möglich ist und dass geradezu unfehlbar eine reine, keinerlei kritische Angriffsfläche bietende Form entstanden wäre, wenn...

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