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Staatenlexikon Afrika

Geographie, Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage

Edited By Wolfgang Gieler

Das Staatenlexikon Afrika bietet Hintergrundinformationen zur Geschichte und Gegenwart der unabhängigen afrikanischen Staatenwelt. Detaillierte Länderdarstellungen zeigen, welche Institutionen, Personen und Vorstellungen im Wechselspiel der Kräfte die Realität Afrikas prägen. Die Besonderheit des Lexikons besteht in der Analyse gegenwärtiger gesellschaftspolitischer und ökonomischer Entwicklungen als historisch bedingte Prozesse. Den Hintergrund für das Verständnis der aktuellen Situation afrikanischer Staaten bieten die Geschichte des Kontinents von der vorkolonialen Zeit bis zur Unabhängigkeit, die Entwicklung der Nord-Süd-Beziehungen im 20. Jahrhundert und die Beschreibung der unterschiedlichen Strategien der beteiligten politischen und sozialen Kräfte. Ein Grundlagenwerk für alle, die sich mit Afrika beschäftigen.
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Ruanda

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Naturraum und geographische Rahmenbedingungen

Der ostafrikanische Binnenstaat Ruanda grenzt im Norden an Uganda, im Osten an Tansania, im Süden an Burundi und im Westen an die Demokratische Republik Kongo. Mit einer Fläche von 26.338 qkm ist er einer der kleinsten Staaten des afrikanischen Festlandes und entspricht ungefähr der Größe des Bundeslandes Hessen. Ruanda wird dominiert durch ein Hochplateau auf über 1.500 m Höhe im ostafrikanischen Zwischenseengebiet, abgegrenzt im Westen durch einen steilen Abfall zum zentralafrikanischen Graben im Bereich des auf 1.460 m gelegenen Kivusees. Im Nordwesten des Landes, im heutigen Dreiländereck von Ruanda, Uganda und Demokratische Republik Kongo, entstand im Pleistozän die Kette der Virungavulkane. Die acht (teilweise aktiven) Vulkane wurden an Spalten des zentralafrikanischen Grabens aufgeworfen und 1925 von der belgischen Kolonialverwaltung durch die Gründung eines der ersten afrikanischen Nationalparks unter Schutz gestellt. Der ruandische Teil mit einer Größe von 120 qkm gilt heute als das letzte Rückzugsgebiet von Bergelefanten und Berggorillas. Der Vulkan Karisimbi ist mit 4.507m die höchste Erhebung Ruandas.

Klimatisch wird Ruanda geprägt durch ein wechselfeuchtes tropisches Klima, welches durch die Höhenlagen abgemildert wird. Im Jahresverlauf wechseln sich zwei Regenzeiten in den Monaten März bis April und Oktober bis November sowie eine stark ausgeprägte Trockenzeit in den Monaten Mai bis September ab. Die mittlere Tagestemperatur beträgt in den tieferen Regionen Ruandas zwischen 20 und 22°C, kann aber im Westen Maximalwerte von...

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