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Linksextreme Einstellungen und Feindbilder

Befragungen, Statistiken und Analysen

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Monika Deutz-Schroeder and Klaus Schroeder

Die Autoren analysieren Strukturen und Entwicklungslinien des aktuellen Linksextremismus. Durch die Auswertung einer repräsentativen Umfrage und durch Befragungen von Jugendlichen zu linksextremen Einstellungen gelangen sie zu einer Charakterisierung von Linksextremisten und ihren zentralen Themenfeldern. Beispielhaft beleuchten sie Hassbotschaften sowie alte und neue linksextreme Feindbilder. Die Autoren halten fest, dass Linksextremisten zwar einen gewissen Einfluss innerhalb linker Milieus haben, von der Öffentlichkeit aber wenig Beachtung erfahren. Obwohl Linksextremisten den Rechtsstaat ignorieren und Pluralismus sowie parlamentarische Demokratie verachten, wird politisch links motivierte Gewalt weiterhin unterschätzt.
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II. Kontinuitäten und Brüche des Linksradikalismus/Linksextremismus in der Bundesrepublik Deutschland

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 II.      Kontinuitäten und Brüche des Linksradikalismus/Linksextremismus in der Bundesrepublik Deutschland

Die Betrachtung der historischen Entwicklung des Linksextremismus zeigt in der Argumentation, den politischen Zielen und Kampfmitteln deutliche Kontinuitäten von der revolutionären überwiegend kommunistischen Linken, die sich Anfang des letzten Jahrhunderts konstituierte, über die APO der 1960er Jahre bis hin zum Spektrum der linksextremen, sich als revolutionär verstehenden heutigen Linken. Dies schließt selbstverständlich Modifikationen mit ein, die sich aus dem Wandel der Zeit ergeben haben.150

Die aktuelle linksradikale/linksextreme Szene steht insofern mehr oder weniger bewusst in der Tradition der zu Beginn des letzten Jahrhunderts entstandenen kommunistischen Bewegung und insbesondere zur 68er-Bewegung. Während sich der Bezug auf die kommunistische Tradition in marxistisch-leninistischen Parteien/Gruppen hält, beziehen sich Autonome und undogmatische Linke auf eine 68ffer Tradition. Spätestens seit Ende der 1960er Jahre existiert in der Bundesrepublik ein vielfältiges Protestmilieu, das sich entlang verschiedener Konfliktlinien mit unterschiedlicher Intensität in Generationsschüben immer wieder erneuert. Die Grundzüge dieses Milieus sind ebenso wie die des Linksradikalismus und -extremismus bis zum heutigen Tag nahezu unverändert geblieben. Trifft dies auch auf den Politisierungsprozess von Individuen zu oder haben sich die Motive, linksradikal/linksextrem zu werden, gewandelt? Was verbindet und unterscheidet die 68ffer-Bewegung von der aktuellen?

Die radikale/extreme Linke,151 die in der Frühphase der Bundesrepublik zumeist im Umfeld der KPD und ihrer Vorfeldorganisationen agierte, ← 91 | 92 → erlebte ab Mitte der 1960er Jahre mit dem Entstehen der Neuen Linken einen...

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