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Linksextreme Einstellungen und Feindbilder

Befragungen, Statistiken und Analysen

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Monika Deutz-Schroeder and Klaus Schroeder

Die Autoren analysieren Strukturen und Entwicklungslinien des aktuellen Linksextremismus. Durch die Auswertung einer repräsentativen Umfrage und durch Befragungen von Jugendlichen zu linksextremen Einstellungen gelangen sie zu einer Charakterisierung von Linksextremisten und ihren zentralen Themenfeldern. Beispielhaft beleuchten sie Hassbotschaften sowie alte und neue linksextreme Feindbilder. Die Autoren halten fest, dass Linksextremisten zwar einen gewissen Einfluss innerhalb linker Milieus haben, von der Öffentlichkeit aber wenig Beachtung erfahren. Obwohl Linksextremisten den Rechtsstaat ignorieren und Pluralismus sowie parlamentarische Demokratie verachten, wird politisch links motivierte Gewalt weiterhin unterschätzt.
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VII. Fazit und Ausblick

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 VII.     Fazit und Ausblick

Die Veröffentlichung unserer Forschungsergebnisse im Februar 2015 hat ein breites mediales Echo gefunden. Insbesondere die Ergebnisse der von Infratest dimap durchgeführten repräsentativen Befragung wurden ausführlich diskutiert, vor allem die weite Verbreitung einzelner Versatzstücke eines linksextremen Denkens in der Mehrheitsbevölkerung. Dies bedeutet freilich nicht – wie nicht immer korrekt dargestellt –, dass Personen, die einzelnen Statements zustimmen, die zentral in einem linksextremen Welt- und Gesellschaftsbild sind, von uns als linksextrem bezeichnet werden oder sich selbst als linksextrem einordnen würden. Gleichwohl: Der Anteil der Personen, der etwa drei Vierteln der Statements zustimmte und nach unserer Kategorisierung damit ein nahezu geschlossenes linksextremes Weltbild vertrat, lag bei 4 %. Weitere 13 % stimmten etwa zwei Dritteln der einzelnen Aspekte linksextremen Denkens zu und wurden von uns als linksradikal bezeichnet. Das linksextreme/linksradikale Personenpotenzial lag insofern bei 17 % (in Westdeutschland bei 14 % und in Ostdeutschland bei 28 %).

Einige Kritiker bezweifelten, dass unsere Skala tatsächlich Linksextremismus misst. Zweifel sind durchaus angebracht, aber nicht zwingend, da aus der von uns auf Basis der Programmatiken und Statements von linksextremen Gruppen und umfangreichen Pretests konstruierten Linksextremismusskala sieben Items, insbesondere zu Anti-Repression und Asyl- und Flüchtlingsproblematik, herausfielen. Die verbliebenen 14 Items in vier Subskalen können aufgrund der Faktorladung und der Gammawerte als zusammenhängend charakterisiert werden. Leider war aufgrund begrenzter Finanzen in der hier präsentierten Folgestudie keine weitere Befragung möglich, die die fehlenden Aspekte hätte ergänzen und die...

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