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Gefährdungsvorsatz im modernen Strafrecht

Zugleich unzeitgemäße Überlegungen über die Wiederbelebung des Gefährdungsstrafrechts in der Sicherheitsgesellschaft

Series:

Chun-Wei Chen

Während sich die Risikogesellschaft zu einer Sicherheitsgesellschaft wandelt, entsteht im modernen Strafrecht ein Paradigmenwechsel, wonach das Risiko- zum Gefährdungsstrafrecht eskaliert. Der Autor analysiert die vielfältigen Hintergründe und kommt zu dem Ergebnis, dass der Kern und die Lösung der Legitimationskrise des modernen Gefährdungsstrafrechts die Begrifflichkeit des Gefährdungsvorsatzes ist. Hierzu setzt er sich mit der jahrzehntelangen Dogmengeschichte des Gefährdungsvorsatzes auseinander, die bereits zahlreiche dogmatische Erkenntnisse hervorgebracht hat. Demgemäß rekonstruiert er das Wesen des Gefährdungsvorsatzes, das sich auf die Risikoethik gründet, die mit dem Schuldprinzip und der Perspektive der Freiheit verbunden ist.
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7. Kapitel: Zur Rekonstruktion des Gefährdungsvorsatzes

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A. Ausblick

An die oben gestellten Fragestellungen anschließend werden die Legitimation der Selbstständigkeit und die genaue Konstruktion des Gefährdungsvorsatzes im Folgenden eingeräumt. Damit die Selbstständigkeit des Gefährdungsvorsatzes begründet werden kann, ist zunächst zu prüfen, worin ihre Legitimation liegt. Hier stellt sich die Frage, ob die Selbstständigkeit des Gefährdungsvorsatzes der Ratio der Vorsatzstrafe zufolge im Strafrecht überhaupt legitimierbar ist (B.). Soweit die Selbstständigkeit festgestellt ist, ist weiter zu ermitteln, wie sich der Vorsatz mit Rücksicht auf die Ratio der Vorsatzstrafe dogmatisch in concreto formuliert, wonach der Gefährdungsvorsatz sich darstellen kann (C.). Anschließend wird eine legitim verstandene Konzeption des Gefährdungsvorsatzes behandelt, die sich aus dem Zusammenhang zwischen dem vertretenen Vorsatz- und dem Gefahrbegriff ergibt (D.).

B. Legitimation der Selbstständigkeit des Gefährdungsvorsatzes

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