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Wettbewerbspolitische Aspekte des «Amazon-Falls»

Analyse der ökonomischen Auswirkungen horizontaler und vertikaler Beschränkungen unter Berücksichtigung der Charakteristika von Onlinemärkten

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Karoline Henrike Köhler

Selten hat ein wettbewerbspolitischer Fall so viel Interesse und Kontroversen hervorgerufen wie der E-Book-Fall rund um Amazon, bei dem führende Verlage und große Unternehmen wie Apple involviert sind. Doch dieser spiegelt nur eine von vielen unternehmerischen Vorgehensweisen Amazons wider.
Der Kern dieses Werkes stellt die wettbewerbspolitischen Vorwürfe gegenüber Amazon systematisch dar und würdigt diese auf der Basis ökonomisch-theoretischer Überlegungen. Die Analysen offenbaren dabei die ökonomischen Besonderheiten von Onlinemärkten und berücksichtigen die wachsende ökonomische Bedeutung mehrseitiger Märkte.
Die Untersuchungsergebnisse geben eine Antwort auf die sich aus der aktuellen Medienbrisanz um Internetplattformen ergebende Frage, ob «Amazon as the Next Google» einzuordnen ist. Darüber hinaus bewertet die Autorin Ansätze zur Ausgestaltung einer wettbewerbspolitischen Regulierung von Internetplattformen wie den More Technological Approach oder die Implementierung einer eigenen Regulierungsbehörde.
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7 Fazit und Ausblick

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Im Rahmen dieser Arbeit werden erstmals gegen Amazon gerichtete Vorwürfe einer systematischen ökonomischen Analyse zugeführt und ausgewählte wettbewerbspolitische Fragestellungen rund um das Internetunternehmen Amazon basierend auf den vorangehenden theoretischen Darstellungen der Wettbewerbsökonomie untersucht.

Aufgrund komplexer sowie intransparenter Strukturen und Verhaltensweisen stellt der Internetgigant Amazon die Wettbewerbsbehörden gleich in mehrfacher Hinsicht vor die Herausforderung, eine korrekte Differenzierung zwischen unternehmerischem Erfolg und den die Konsumentenwohlfahrt schädigenden Verhaltensweisen vorzunehmen. Doch erst bei einer solchen lässt sich erkennen, dass einige der gegen Amazon gerichteten Vorwürfe zumindest aus einer ökonomischen Perspektive nicht als wettbewerbswidrig einzustufen sind. So liegt zum einen, da Amazon durch eine below-cost Preissetzung lediglich eine Verlustführerschaft, nicht aber ein Predatory Pricing verfolgt, keine horizontale Verdrängung vor. Zum anderen sind auch keine technologischen negativen externen Effekte ersichtlich, die das traditionelle Offline Retailgeschäft eliminieren oder wettbewerbswidrig schädigen würden. Die sinkende Nachfrage an Printbooks stellt lediglich einen pekuniären externen Effekt dar und ist damit als ein regulärer Effekt des Marktes anzusehen. Auch nimmt Amazon weder als Online Retailer noch als Amazon Marketplace Betreiber die vorgeworfene Stellung eines natürlichen Monopols ein. Genauso wenig ist derzeit die Verwendung wettbewerbsschädigender Exklusivitätsvereinbarungen ersichtlich.

Andere Geschäftspraktiken wie die Verwendung von Meistbegünstigungsklauseln oder die Angabe falscher UVP, die als wohlfahrtsschädlich und auch als juristisch unzulässig erkannt wurden, hat Amazon bereits aufgrund nationaler Verfahren einstellen müssen. So verbleiben gegenwärtig die eingesetzten vertikalen...

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