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Die GmbH in der Krise

Geschäftsführerverantwortlichkeit im Vorfeld der Insolvenz

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Timo Wanner

Das Werk befasst sich mit den spezifischen Pflichten und Haftungsrisiken des GmbH-Geschäftsführers im Vorfeld der Insolvenz. Ziel ist es, diese unübersichtliche und verstreute Materie einer sinnvollen, systematischen Ordnung zuzuführen. Der Autor unterscheidet drei Regelungs- bzw. Pflichtenkreise: (1) die allgemeinen Pflichten des Geschäftsführers mit Blick auf die Unternehmenskrise, (2) die besonderen Pflichten des Geschäftsführers im Zusammenhang mit der Kapitalerhaltung und (3) die besonderen Pflichten des Geschäftsführers im Zusammenhang mit dem Solvenz- und Existenzschutz. Diesem von Generalklauseln und unbestimmten Rechtsbegriffen geprägten Regelungsbereich werden so brauchbare Konturen verliehen, die der besonderen Situation des Geschäftsführers auch in praktischer Hinsicht gerecht werden.
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3. Kapitel: Krisenorientierte Pflichten

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3. Kapitel: Krisenorientierte Pflichten

In der Unternehmenskrise, aber auch bereits in ihrem Vorfeld bestehen für den GmbH-Geschäftsführer eine Vielzahl an Verhaltenspflichten. Welche Pflichten der Geschäftsführer im Einzelnen zu beachten hat, definiert das Gesetz nicht abschließend74. Denn bei den Geschäftsführerpflichten in und vor der Unternehmenskrise handelt es sich nicht um einen abgrenzbaren, als Spezialmaterie normierten Pflichtenkreis, sondern lediglich um einen Teilbereich der allgemeinen Pflicht zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung, die in der Unternehmenskrise teilweise modifiziert und teilweise um spezielle Krisenpflichten (vgl. §§ 30, 33, 43 Abs. 3, 49 Abs. 3, 64, 84 GmbHG, § 15a InsO) erweitert ist75. Die Pflicht zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung ist insofern als Grundpflicht anzusehen, die sowohl in als auch außerhalb der Unternehmenskrise gilt. Aus dieser „Grundpflicht“ lassen sich u. a. zahlreiche krisenorientierte Unterpflichten entnehmen bzw. entwickeln, die teils Verbote bestimmten Handelns sind, teils Handlungsgebote und teils Organisationsgebote. Im Folgenden soll daher unterschieden werden zwischen der Pflicht zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung im Allgemeinen und denjenigen Pflichten, die im Besonderen an das Verhalten des GmbH-Geschäftsführers im Hinblick auf die unternehmerische Krise appellieren.

A. Ordnungsgemäße Geschäftsführung

Sowohl in als auch außerhalb der Unternehmenskrise ist der GmbH-Geschäftsführer zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung verpflichtet. Die Pflicht zur ordnungsgemäßen Geschäftsführung wird allgemein dahingehend umschrieben, dass der Geschäftsführer im Rahmen des Gesetzes, des Gesellschaftsvertrages, der für die Geschäftsführung...

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