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Strategie Zukunft und Welt

Zur Bedeutung eines ontologischen Begründungskonzeptes nachhaltigen Handelns und Verantwortens

Johanna Henrich

Der Weg in ein nachhaltiges Ressourcenmanagement ist die Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Diesen trotz gesellschaftlicher Unterschiede, wirtschaftlichen Anspruchs und persönlicher Interessen gangbar zu machen, erfordert eine Begründungsstrategie, die hinter Wirtschaft und Gesellschaft zurückgeht bis an die Wurzel des Menschen. Die «Strategie Zukunft und Welt» findet eine Grundlage dazu in Hans Jonas’ ontologischem Konzept, das im Zentrum seiner Verantwortungsethik steht. Das vorliegende Buch weist seine Leistungsfähigkeit zur Grundlegung einer Ethik für die moderne globalisierte Welt auf, die eine unabweisbare Begründung des Wertes des Lebendigen erbringt und nachhaltiges Handeln zur unbedingten menschlichen Aufgabe erhebt.
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VI. Materie, Leben und Geist

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VI.  Materie, Leben und Geist

Mit dem Leben kommt erstmals etwas Neues, fundamental Anderes in die Welt, als es je zuvor geschehen ist. Dieses Zustandekommen erfüllt Jonas mit Staunen. Aus dem Anorganischen geht etwas anderes als Anorganisches hervor, das mit ganz anderen Tendenzen, Gesetzen und Kategorien erscheint als die bloße Materie. Trotzdem bleibt auch der Status des Materialen erhalten. Leben existiert nicht einfach nur. Ihm ist vielmehr eine inhärente Richtung gegeben, die beständig auf eine Zielstrebigkeit hinweist, die zum entscheidenden Unterschied zwischen Materie und Leben wird. Die Materie als solche kennt nur Umwandlung, das Leben hat Finalität. Es muss sich beständig behaupten, um das eigene Ende hinaus zu zögern. Darin besteht seine spezifische Tätigkeit. Es widersetzt sich dem Risiko des Scheiterns in der Tätigkeit des am-Leben-seins. Der Beginn des Übertritts vom Materialen ins Lebendige ist nicht nachverfolgbar, die Differenzierung des Lebendigen hin zu immer größerer Komplexität und größerer Differenz gegenüber anorganischen Strukturen hingegen ist die Wirklichkeit der Natur auf dieser Welt.

Materie ist der Stoff, aus dem die Formen des Lebens zu einem Zeitpunkt hervorgingen. Das Leben wiederum ist der Ursprung von Geist und Geist kann nur durch die Betrachtung des Lebens richtig verstanden werden, so sieht es Jonas. Materie, Leben und Geist bilden eine nicht jeweils voneinander ablösbare Einheit in seiner Theorie. Form und Stoff sind die Kennzeichen des Lebens, Leben und Freiheit die Kennzeichen des mit Geist begabten Lebewesens.

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